Wer gegenüber seinem Kaskoversicherer eine vollständige und fachgerechte Fahrzeugreparatur behauptet, obwohl tatsächlich Gebrauchtteile verbaut wurden und noch sichtbare Unfallspuren am Fahrzeug vorhanden sind, verletzt die Aufklärungsobliegenheit arglistig – mit der Folge vollständiger Leistungsfreiheit des Versicherers. Auslegung von Reparaturkostenregelungen in AKB …
Schlagwort: Verkehrsrecht – Urteile
Sale-and-rent-back beim Fahrzeug: Wann ist der Vertrag sittenwidrig?
Ein „sale and rent back“-Vertrag über ein Kraftfahrzeug, bei dem zwischen dem erzielten Kaufpreis und dem tatsächlichen Fahrzeugwert ein besonders grobes Missverhältnis besteht und die Mietstruktur wirtschaftlich einer hochverzinsten Kreditgewährung entspricht, ist als wucherähnliches Rechtsgeschäft, sodass auch die Übereignung des …
Fahrerlaubnisentzug bei Multimorbidität: Was bei mehreren Vorerkrankungen gilt
Bestehen bei einem Fahrerlaubnisinhaber mehrere sich gegenseitig beeinflussende, fahreignungsrelevante Erkrankungen (hier: Herzinsuffizienz, insulinpflichtiger Diabetes mellitus mit Polyneuropathie), darf die Fahrerlaubnisbehörde die Begutachtung ermessensfehlerfrei einer Begutachtungsstelle für Fahreignung übertragen, statt mehrere Facharztgutachten einzuholen. Legt der Betroffene das zu Recht angeforderte Gutachten …
Alkoholisiertes Unfallopfer: Kein Mitverschulden ohne nachgewiesene Unfallkausalität
Die bloße Alkoholisierung eines Unfallopfers begründet kein strafrechtlich relevantes Mitverschulden, wenn sich diese Alkoholisierung nicht kausal auf das Unfallgeschehen ausgewirkt hat. Maßgeblich ist allein, ob der Unfall auch für einen nüchternen Verkehrsteilnehmer unvermeidbar gewesen wäre. Fehlt dieser Zurechnungszusammenhang, scheidet eine …
Car-Sharing-Schaden nach Unfallflucht gehört nicht zum Fremdschaden
Der an einem Car-Sharing-Fahrzeug durch dessen Nutzer bei einer Unfallflucht verursachte Schaden ist bei der Berechnung des bedeutenden Fremdschadens nach § 69 Abs. 2 Nr. 3 StGB nicht zu berücksichtigen. Das Car-Sharing-Unternehmen fällt insoweit nicht in den zivilrechtlichen Schutzbereich des …
Rechtsbeschwerde wegen Verstoßes gegen rechtliches Gehör und fehlerhafte Beweiswürdigung
Ein Bußgeldurteil unterliegt der Aufhebung, wenn die Verfahrensrüge einer Rechtsbeschwerde durchgreift und die Verletzung des rechtlichen Gehörs nicht ausgeschlossen werden kann. Ein Gericht ist zwar nicht verpflichtet, auf jedes Vorbringen der Verteidigung im Urteil einzugehen, muss sich jedoch mit substantiellen …
Rechtsbeschwerde wegen Verstoßes gegen rechtliches Gehör und fehlerhafte Beweiswürdigung
Ein Bußgeldurteil unterliegt der Aufhebung, wenn die Verfahrensrüge einer Rechtsbeschwerde durchgreift und die Verletzung des rechtlichen Gehörs nicht ausgeschlossen werden kann. Ein Gericht ist zwar nicht verpflichtet, auf jedes Vorbringen der Verteidigung im Urteil einzugehen, muss sich jedoch mit substantiellen …
Rotlichtverstoß: Fahrverbot auch ohne konkrete Gefährdung anderer
Bei einem qualifizierten Rotlichtverstoß (Missachtung einer länger als eine Sekunde andauernden Rotphase) ist die Verhängung eines Fahrverbots auch dann gerechtfertigt, wenn im konkreten Einzelfall keine tatsächliche Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer vorlag. Der Verordnungsgeber hat die abstrakte Gefährdung bei Kreuzungsampeln typisierend festgelegt, …
Rotlichtverstoß: Fahrverbot auch ohne konkrete Gefährdung anderer
Bei einem qualifizierten Rotlichtverstoß (Missachtung einer länger als eine Sekunde andauernden Rotphase) ist die Verhängung eines Fahrverbots auch dann gerechtfertigt, wenn im konkreten Einzelfall keine tatsächliche Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer vorlag. Der Verordnungsgeber hat die abstrakte Gefährdung bei Kreuzungsampeln typisierend festgelegt, …
Zeitablauf als Kriterium für den Wegfall eines Fahrverbots
Die Anordnung eines Fahrverbots dient nach § 25 StVG in erster Linie einer Denkzettel- und Besinnungsfunktion. Diese präventive Wirkung setzt voraus, dass zwischen Tat und Rechtsfolgenentscheidung ein angemessener zeitlicher Zusammenhang besteht. Liegt der Tatzeitpunkt mehr als zwei Jahre zurück, ist …
Fahrzeuge nicht in die Fahrbahn ragen lassen!
Im vorliegenden Fall wurde ein Fahrzeug ordnungswidrig am Fahrbahnrand abgestellt – und zwar so, dass das Fahrzeug ein (kurzes) Stück in die Fahrbahn hineinragte. Es kam, wie es kommen musste und ein Fahrzeug des fließenden Verkehrs kollidierte mit dem geparkten …
Fahrradstraße: Auch ohne Radfahrer ist nur Tempo 30 erlaubt
Auf Fahrradstraßen gilt für den zugelassenen Kraftfahrzeugverkehr eine einheitliche Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h als „mäßige Geschwindigkeit“. Diese Grenze gilt unabhängig davon, ob im konkreten Moment tatsächlich Radfahrer auf der Straße unterwegs sind, da nur eine situationsunabhängige Begrenzung dem Schutzzweck der …
Fahren ohne Fahrerlaubnis trotz ausländischer Fahrerlaubnis
Wurde die deutsche Fahrerlaubnis gerichtlich rechtskräftig entzogen, schützt eine in einem EU- oder EWR-Staat erworbene Fahrerlaubnis nicht vor Strafbarkeit nach § 21 Abs. 1 Nr. 1 StVG i. V. m. § 28 Abs. 4 Nr. 3 FeV, wenn nach dem …
Fahrradfahrer ohne Helm – kein automatisches Mitverschulden bei Radunfall
Das Fehlen eines Fahrradhelms begründet kein anspruchsminderndes Mitverschulden des Geschädigten, da sich in der Bevölkerung kein allgemeines Bewusstsein für die Notwendigkeit eines solchen Eigenschutzes gebildet hat. Auch der pauschale Vorwurf überhöhter Geschwindigkeit reicht ohne belastbare tatsächliche Anknüpfungspunkte nicht aus, um …
Hund im überhitzten Fahrzeug zurückgelassen: Feuerwehr durfte Tür aufbrechen
Wird ein Tier bei großer Hitze unbeaufsichtigt in einem Fahrzeug zurückgelassen, kann bereits der Anschein einer Gefährdung des Tierwohls eine gewaltsame Öffnung des Fahrzeugs durch Einsatzkräfte rechtfertigen. Ein Ersatzanspruch des Halters für hierbei entstandene Schäden scheidet aus, wenn er die …
Haftungsverteilung bei Kollision zwischen Linksabbieger und rechts vorbeifahrendem Vorfahrtsberechtigten
Ein Anspruch auf Schadensersatz nach §§ 7, 18 StVG i.V.m. § 115 VVG setzt voraus, dass sich der Unfall „bei Betrieb“ des Fahrzeugs ereignet und nicht unabwendbar im Sinne des § 17 Abs. 3 StVG war. Bei der Abwägung nach …
Unfallschaden bei Gebrauchtwagen: Wertminderung trotz hoher Laufleistung
Eine unfallbedingte Wertminderung kann auch bei einem sieben Jahre alten Fahrzeug mit einer Laufleistung von über 120.000 km eintreten. Maßgeblich ist, dass moderne Fahrzeuge zu diesem Zeitpunkt regelmäßig erst die Hälfte ihrer zu erwartenden Lebensdauer erreicht haben und mit Laufleistungen …
Abrechnung auf Neuwagenbasis bei Beschädigung eines fabrikneuen Fahrzeugs
Der Eigentümer eines fabrikneuen Fahrzeugs mit einer Laufleistung von nicht mehr als 1.000 km ist im Falle dessen erheblicher Beschädigung (nur dann) berechtigt, Ersatz der Kosten für die Beschaffung eines Neufahrzeugs zu verlangen, wenn er ein gleichwertiges Ersatzfahrzeug erworben hat. …
Schmerzensgeld bei posttraumatischer Belastungsstörung nach Verkehrsunfall
Ein Anspruch auf Schmerzensgeld setzt nach § 253 Abs. 2 BGB voraus, dass eine Verletzung des Körpers oder der Gesundheit vorliegt, die auf das haftungsbegründende Ereignis zurückzuführen ist. Neben physischen Beeinträchtigungen können auch psychische Erkrankungen, wie eine posttraumatische Belastungsstörung, als …
Spraydose neben Autobatterie löst Brand aus: Muss die Kaskoversicherung zahlen?
Mangelhafte nachträgliche Einbauten in ein Kraftfahrzeug begründen nur dann eine subjektive Gefahrerhöhung im Sinne der § 23, § 26 VVG, wenn der Versicherungsnehmer oder sein Repräsentant positive Kenntnis von der Mangelhaftigkeit der Einbauten hatte; die bloße objektive Risikoerhöhung reicht hierfür …
Spraydose neben Autobatterie löst Brand aus: Muss die Kaskoversicherung zahlen?
Mangelhafte nachträgliche Einbauten in ein Kraftfahrzeug begründen nur dann eine subjektive Gefahrerhöhung im Sinne der § 23, § 26 VVG, wenn der Versicherungsnehmer oder sein Repräsentant positive Kenntnis von der Mangelhaftigkeit der Einbauten hatte; die bloße objektive Risikoerhöhung reicht hierfür …
Spraydose neben Autobatterie löst Brand aus: Muss die Kaskoversicherung zahlen?
Mangelhafte nachträgliche Einbauten in ein Kraftfahrzeug begründen nur dann eine subjektive Gefahrerhöhung im Sinne der § 23, § 26 VVG, wenn der Versicherungsnehmer oder sein Repräsentant positive Kenntnis von der Mangelhaftigkeit der Einbauten hatte; die bloße objektive Risikoerhöhung reicht hierfür …
Haftungsverteilung bei Rückwärtskollision auf unübersichtlichem Parkplatz
Nach § 17 Abs. 3 StVG ist ein Unfall nur dann als unabwendbares Ereignis anzusehen, wenn sich der Halter und der Fahrer wie ein „Idealfahrer“ verhalten haben. Dies setzt eine Fahrweise voraus, die über die gewöhnlich im Verkehr erforderliche Sorgfalt …
Haftungsverteilung bei Rückwärtskollision auf unübersichtlichem Parkplatz
Nach § 17 Abs. 3 StVG ist ein Unfall nur dann als unabwendbares Ereignis anzusehen, wenn sich der Halter und der Fahrer wie ein „Idealfahrer“ verhalten haben. Dies setzt eine Fahrweise voraus, die über die gewöhnlich im Verkehr erforderliche Sorgfalt …
23 Monate Verfahrensdauer – und das Fahrverbot ist vom Tisch
Liegt zwischen einem Trunkenheitsverstoß im Straßenverkehr und seiner gerichtlichen Ahndung ein erheblicher Zeitraum, kann von der Verhängung des an sich vorgesehenen Regelfahrverbots abgesehen werden. Voraussetzung ist, dass der Betroffene in der Zwischenzeit nicht erneut verkehrsrechtlich auffällig geworden ist und die …
Bremsung für Wildschweine vor Spurwechsel: Wer haftet beim Auffahrunfall?
Der Anscheinsbeweis, der bei einem Auffahrunfall regelmäßig zulasten des Auffahrenden wirkt, ist entkräftet, wenn der Vorausfahrende kurz zuvor den Fahrstreifen gewechselt hat und sich der Unfall in unmittelbarem zeitlichen und örtlichen Zusammenhang mit diesem Spurwechsel ereignet. In einem solchen Fall …
Herzrhythmusstörung: Wann der Führerschein-Entzug rechtmäßig ist
Verweigert ein Fahrerlaubnisinhaber im Rahmen einer angeordneten Fahreignungsbegutachtung die Vorlage angeforderter ärztlicher Befunde, rechtfertigt dies bereits für sich genommen den Schluss auf seine Nichteignung zum Führen von Kraftfahrzeugen. Die Anordnung eines Fahreignungsgutachtens setzt keine feststehende Erkrankung voraus, sondern lediglich einen …
Geständnis am Straßenrand: Zählt ein handschriftlicher Unfallbericht vor Gericht?
Eine am Unfallort verfasste schriftliche Einlassung mit detaillierten Angaben zum Unfallhergang kann im Rahmen der Beweiswürdigung zugrunde gelegt werden, wenn der Erklärende die Unrichtigkeit seiner Angaben nicht nachweisen kann – insbesondere wenn der Erklärungsempfänger im Vertrauen darauf auf die Hinzuziehung …
Gültige EU-Fahrerlaubnis schützt vor Verurteilung wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis
Wer trotz Entzugs der deutschen Fahrerlaubnis und negativer MPU in einem anderen EU-Mitgliedstaat eine neue Fahrerlaubnis erwirbt, erfüllt beim Führen eines Kraftfahrzeugs in Deutschland nicht den Tatbestand des Fahrens ohne Fahrerlaubnis. Maßgeblich ist hierfür die unionsrechtliche Anerkennungspflicht ausländischer EU-Führerscheine, sofern …
Einspruchsbeschränkung auf den Rechtsfolgenausspruch bei Trunkenheitsfahrt
Die Beschränkung des Einspruchs auf den Rechtsfolgenausspruch ist nach § 67 Abs. 2 OWiG wirksam, wenn der zugrundeliegende Bußgeldbescheid den Tatvorwurf eindeutig erkennen lässt. Eine ausdrückliche Ermächtigung des Verteidigers durch den Betroffenen ist nach §§ 67 Abs. 1 Satz 2 …
Parken gegenüber der Einfahrt: Wann ist eine Straße wirklich „zu schmal“?
Ein Parkverbot gegenüber einer Grundstückseinfahrt nach § 12 Abs. 3 Nr. 3 StVO setzt eine „schmale Fahrbahn“ voraus, deren Vorliegen sich nach den konkreten Umständen des Einzelfalls richtet und nicht allein nach der Fahrbahnbreite. Maßgeblich ist, ob einem durchschnittlich geübten …
Absehen von einem Fahrverbot wegen Zeitablauf ist kein Automatismus!
Das Fahrverbot nach § 25 Abs. 1 Satz 1 StVG dient vorrangig der Erziehungs- und Besinnungsfunktion. Es verliert seinen Sinn, wenn zwischen Tat und Entscheidung ein erheblicher Zeitraum liegt. Nach gefestigter obergerichtlicher Rechtsprechung wird die erzieherische Wirkung grundsätzlich in Frage …
Gestohlenes Navi – Vollkaskoversicherung erstattet nur den Gebrauchtwert
Für gebrauchte Navigationsgeräte existiert ein funktionierender Gebrauchtmarkt, sodass der Wiederbeschaffungswert nach den dort erzielbaren Preisen und nicht nach dem Neupreis zu bemessen ist. Ein Schiedsspruch im Sachverständigenverfahren nach § 14 AKB ist unverbindlich, wenn der Obmann von der wirklichen Sachlage …
Aberkennung der EU-Fahrerlaubnis bei Kokain im Blut
Steht der Konsum sogenannter harter Drogen wie Kokain zur Überzeugung der Behörde fest, ist die Fahrerlaubnis ohne weitere Begutachtung zwingend zu entziehen beziehungsweise das Recht zur Nutzung einer ausländischen Fahrerlaubnis abzuerkennen. Die verfahrensrechtliche Einjahresfrist, nach deren Ablauf die Behörde nicht …
Wer das Aufbauseminar verpasst, verliert die Fahrerlaubnis auf Probe
Die Entziehung der Fahrerlaubnis auf Probe setzt ausschließlich voraus, dass die Anordnung zum Besuch eines Aufbauseminars wirksam und vollziehbar war und der Betroffene ihr nicht fristgerecht nachgekommen ist. Einwände gegen die Rechtmäßigkeit der Aufbauseminaranordnung oder den zugrunde liegenden Bußgeldbescheid sind …
Unfallwagen als „unfallfrei“ verkauft: Wann der Rücktritt vom Kfz-Kaufvertrag möglich ist
Ein pauschaler Hinweis in der Verkaufsunterlage, das Fahrzeug werde „nicht als unfallfrei“ verkauft, reicht nicht aus, um die Sachmängelhaftung des Verkäufers für einen tatsächlich erlittenen Unfallschaden auszuschließen. Ein solcher Hinweis stellt insbesondere keine wirksame negative Beschaffenheitsvereinbarung dar, wenn er nicht …
Sechs-Monats-Frist beim Gebrauchtwagenkauf: Wie weit reicht die Vermutung des Sachmangels?
Die Vermutungswirkung des § 477 BGB aF greift bereits dann zugunsten des Käufers ein, wenn innerhalb von sechs Monaten nach Gefahrübergang eine Mangelerscheinung auftritt, für die zumindest auch eine dem Verkäufer zurechenbare Ursache in Betracht kommt – der Nachweis eines …
Tritt gegen die Autotür: Vorsätzliche Sachbeschädigung im Straßenverkehr
Wer im Rahmen einer verbalen Auseinandersetzung im Straßenverkehr vorsätzlich das Fahrzeug des Unfallgegners beschädigt – hier: durch einen Tritt gegen die Fahrertür – haftet nach § 823 Abs. 1 und Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 303 StGB auf …
Kaskoversicherung: Anforderungen an den Nachweis des äußeren Bildes eines Diebstahls
Ein Anspruch auf Versicherungsleistungen aus einer Kaskoversicherung setzt den Nachweis eines bedingungsgemäßen Diebstahls voraus. Dem Versicherungsnehmer kommen dabei Beweiserleichterungen zugute. Er muss das äußere Bild der Entwendung darlegen und beweisen. Dieses liegt vor, wenn ein Mindestmaß an Tatsachen feststeht, die …
Lkw-Rückwärtsfahrt ohne Einweiser: Wer haftet nach einem Crash?
Wer mit einem Lkw mit Anhänger auf einer unübersichtlichen Landstraße ein Rückwärts-Wendemanöver ohne Einweiser oder Sicherungsposten durchführt und dabei die Gegenfahrbahn versperrt, trägt die überwiegende Haftungsverantwortung für einen daraus resultierenden Unfall. Einem entgegenkommenden Motorradfahrer, der infolge der plötzlichen Gefahrensituation eine …
HWS-Schleudertrauma durch Vollbremsung?
Eine Vollbremsung ohne anschließende Kollision erzeugt Verzögerungswerte, die zu gering sind, um ein HWS-Schleudertrauma zu verursachen. Auch eine in diesem Zusammenhang aufgetretene psychische Erkrankung kann einem solchen Bagatellereignis nicht zugerechnet werden. Ein Schadenersatzanspruch besteht in diesen Fällen daher nicht. Voraussetzung …
Geschädigte dürfen Schadensentwicklung nach Verkehrsunfall abwarten
Eine ursprünglich zulässige Feststellungsklage auf Ersatz künftiger Unfallschäden wird nicht allein dadurch unzulässig, dass im Laufe des Rechtsstreits eine Bezifferung möglich und damit der Übergang zur Leistungsklage denkbar wird. Solange die Schadensentwicklung – etwa wegen einer nur teilweise erfolgten Reparatur …
Kein Vorfahrtsrecht trotz T-Kreuzung: Abgesenkter Bordstein entscheidet
Wer auf eine Fahrbahn über einen abgesenkten Bordstein einfährt, unterliegt den Sorgfaltspflichten des § 10 Satz 1 StVO – unabhängig davon, ob die einmündende Straße dem fließenden Verkehr zuzuordnen ist oder nicht. Die „Rechts-vor-Links“-Regel des § 8 Abs. 1 Satz …
Streit um Ladesäulen: Gericht kippt Münchner Auswahlverfahren für CPOs
Die Aufstellung von Ladesäulen im öffentlichen Straßenraum ist eine erlaubnispflichtige Sondernutzung nach Art. 18 Abs. 1 BayStrWG und richtet sich nicht nach dem straßenverkehrsrechtlichen Hindernisbegriff der §§ 32, 46 StVO. Ein straßenrechtlich begründetes Auswahlverfahren zur Steuerung des Ladeinfrastrukturausbaus ist grundsätzlich …
Mit 1,4 Promille auf dem E-Scooter durch die Fußgängerzone – und trotzdem kein Führerscheinentzug
Bei einer Trunkenheitsfahrt mit einem E-Scooter mit einer Blutalkoholkonzentration von mindestens 1,4 ‰ kann die Regelvermutung der Ungeeignetheit zum Führen von Kraftfahrzeugen im Einzelfall widerlegt sein, wenn die Fahrt zur verkehrsarmen Zeit auf einer ausschließlich von Fußgängern genutzten Verkehrsfläche ohne …
Unfallmanipulation und die Darlegungs- und Beweislast
Ein manipuliertes Unfallgeschehen, das von den Beteiligten unter Einschluss des vermeintlich Geschädigten vorsätzlich herbeigeführt wird, begründet keinen Anspruch auf Schadensersatz gegen den vermeintlichen Schädiger oder dessen Haftpflichtversicherer. Maßgeblich ist, dass es sich nicht um ein unfreiwilliges Schadensereignis handelt, sondern um …
Handy aus bei der Verkehrskontrolle: Wann das Filmen der Polizei zur Straftat wird
Die heimliche Anfertigung von Bild- und Tonaufnahmen einer polizeilichen Verkehrskontrolle ohne Einverständnis der beteiligten Beamten erfüllt den Straftatbestand der Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes nach § 201 Abs. 1 Nr. 1 StGB, da das gesprochene, nichtöffentliche Wort unabhängig vom Status …
Totalschaden ohne Restwert: Keine Erstattung der Abschleppkosten durch die Kaskoversicherung
Ein Versicherungsnehmer hat gegenüber seiner Vollkaskoversicherung keinen Aufwendungsersatzanspruch für Abschleppkosten, wenn das versicherte Fahrzeug weitgehend zerstört ist und erkennbar über keinen relevanten Restwert mehr verfügt. War für einen Laien ohne weiteres erkennbar, dass das Fahrzeugwrack wertlos ist, gilt die Abschleppmaßnahme …
Tattagprinzip bei 18 Punkten: Warum spätere Tilgung nicht mehr hilft
Die Entziehung der Fahrerlaubnis nach § 4 Abs. 3 Satz 1 Nr. 3 StVG knüpft an das Erreichen von 18 Punkten im Verkehrszentralregister an. Maßgeblich ist hierfür der Tag der Begehung der letzten zum Erreichen dieser Punkteschwelle führenden Zuwiderhandlung („Tattagprinzip“), …
Beifahrer aufgepasst: Fahrerlaubnisentzug bei Mischkonsum auch ohne Fahren
Wer Cannabis und Alkohol gleichzeitig konsumiert, gilt unabhängig von einer konkreten Fahrt als ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen. Die Fahrerlaubnisbehörde darf die Fahrerlaubnis bereits wegen des Mischkonsums entziehen, ohne dass es auf ein tatsächliches Trennvermögen zwischen Konsum und Verkehrsteilnahme oder …