Insolvenzanfechtung – BGH verschärft Blick auf Zahlungen an ehemalige Geschäftsführer

Untreue

Bei der Feststellung des Gläubigerbenachteiligungsvorsatzes der schuldnerischen Gesellschaft mit beschränkter Haftung bedarf es auch im Fall kongruenter Deckung keiner weiteren Prognose mehr, wenn die GmbH ausschließlich durch die Beratungstätigkeit ihres früheren Geschäftsführers und Anfechtungsgegners Einnahmen erzielte, dieser keine weiteren nennenswerten …

Neuerstellung einer Anlassbeurteilung – und der zwischenzeitliche Wegfall des Beförderungsanlasses

Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg

Beamte haben keinen Anspruch auf die Neuerstellung einer dienstlichen Anlassbeurteilung, wenn der Anlass für deren Erstellung inzwischen weggefallen ist. In einem reinen Anlassbeurteilungssystem ist der Dienstherr nicht verpflichtet, eine möglichst lückenlose Beurteilungsbiografie sicherzustellen. Dies hat das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg für das …

Werbung auf öffentlichen Verkehrsflächen – Drohungen Dritter rechtfertigen keine Kündigung

Ein öffentlich-rechtliches Verkehrsunternehmen darf eine bereits genehmigte Werbekampagne nicht allein deshalb beenden, weil Dritte mit Gewalt oder Störungen des Betriebsablaufs drohen. Der Anspruch auf gleichberechtigten und diskriminierungsfreien Zugang zu öffentlichen Werbeflächen kann aus Sicherheitsgründen grundsätzlich erst dann eingeschränkt werden, wenn …

Umsetzungsverstoß bei der Vereinbarkeitsrichtlinie: Einkommensgrenze beim Elterngeld und unionsrechtlicher Staatshaftungsanspruch

Das deutsche Elterngeld ersetzt den nach der Vereinbarkeitsrichtlinie vorgesehenen vergüteten Vaterschaftsurlaub grundsätzlich. Nur für Väter, die wegen Überschreitung der Einkommensgrenze des § 28 Abs. 5 BEEG kein Elterngeld erhalten, ist die Richtlinie nicht umgesetzt. Dieser Verstoß ist jedoch nicht hinreichend …

Einstweilige Verfügung – und die vollständig ausgeschöpfte Berufungsbegründungsfrist

Schöpft der Prozessbevollmächtigte eines Klägers im Eilverfahren die Berufungsbegründungsfrist vollständig aus, kann dies die Dringlichkeit des Antrags widerlegen. Dies gilt nach Ansicht des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main jedenfalls, wenn kein Sachverhalt dargelegt wird, der die Fristausschöpfung nachvollziehbar erscheinen lässt.

In …

Kindesunterhalt bei erweitertem Umgang

Geldrechner

Mit der Bemessung des Kindesunterhalts bei erweitertem Umgang des barunterhaltspflichtigen Elternteils hatte sich der Bundesgerichtshof erneut1 zu befassen:

In dem zugrundeliegenden Verfahren stritten die geschiedenen Eltern zweier 2015 geborener Zwillinge über die Verpflichtung des Vaters zur Zahlung von Kindesunterhalt …

Leistungsfreiheit des Unfallversicherers: Risikoausschluss und Obliegenheitsverletzung durch den gesetzlichen Betreuer

Auch eine Einzelmessung der Blutalkoholkonzentration kann nach Abzug eines Sicherheitsabschlags den Risikoausschluss für Bewusstseinsstörungen in der Unfallversicherung tragen, wenn alkoholtypische Fahrfehler hinzutreten. Der Versicherer wird zudem unabhängig davon leistungsfrei, wenn der gesetzliche Betreuer Fragen in der Schadensanzeige zu Alkoholkonsum und …

Auskunftspersonen in der Betriebsratssitzung: Wo endet die Nichtöffentlichkeit?

Die pauschale Teilnahme betriebsintern gewählter Auskunftspersonen an der gesamten Betriebsratssitzung verstößt gegen den Grundsatz der Nichtöffentlichkeit und kann weder durch Tarifvertrag noch durch Betriebsratsbeschluss legitimiert werden; ihre Hinzuziehung ist nur punktuell zu einzelnen Tagesordnungspunkten zulässig. Die Bildung eines betriebsratsinternen „Arbeitskreises“ …

Auskunftsanspruch gegen Personalvermittler: Wer steckt hinter der anonymen Stellenanzeige?

Ein Bewerber, der sich unter Offenlegung einer Schwerbehinderung erfolglos beworben hat, kann von einem eingeschalteten Personalvermittlungsunternehmen Auskunft über die Identität des tatsächlichen Arbeitgebers verlangen, wenn er einen möglichen Entschädigungsanspruch vorbereiten will und sich die Information nicht anderweitig zumutbar beschaffen kann. …