Recht auf schnelles Internet – und die Preisberechnung der Bundesnetzagentur

Glasfaser

Die Bundesnetzagentur muss bei der Feststellung einer Unterversorgung mit Telekommunikationsdiensten den erschwinglichen Endnutzerpreis anhand rechtmäßig festgelegter Kriterien bestimmen. Ihre veröffentlichten Erschwinglichkeitsgrundsätze sind zwar grundsätzlich verbindlich, müssen jedoch auf einer fehlerfreien Ausübung des behördlichen Beurteilungsspielraums beruhen. Eine ausschließlich an Durchschnittspreisen orientierte …

Das Salzabwasser aus dem Kalibergwerk

Salzgitter - Franzosenbrücke über die Innerste

Eine wasserrechtliche Erlaubnis zur Einleitung salzhaltiger Abwässer ist rechtswidrig und darf nicht vollzogen werden, wenn die erforderliche FFH-Verträglichkeitsprüfung den gesetzlichen Anforderungen nicht genügt. Fehlen gebietsspezifische Erhaltungsziele oder werden die Auswirkungen auf geschützte Lebensraumtypen nicht ausreichend untersucht, kann dies die Rechtmäßigkeit …

Netzanschluss bei Kapazitätsengpässen – und die Abkehr vom Windhundprinzip

Strommasten

Netzbetreiber dürfen bei knappen Netzanschlusskapazitäten das bisherige Windhundprinzip durch ein Repartierungsverfahren ersetzen, das die verfügbaren Kapazitäten gleichmäßig auf die Antragsteller verteilt. Eine solche Umstellung kann auch bereits laufende Antragsverfahren erfassen, sofern die betroffenen Unternehmen noch keine gesicherte Rechtsposition erlangt haben. …

Betäubt und missbraucht

Kriminalgericht Moabit

Wer Frauen heimlich sedierende Substanzen verabreicht, um ihre dadurch hervorgerufene Wehrlosigkeit für sexuelle Handlungen auszunutzen, macht sich wegen schwerer Vergewaltigung und zugleich wegen gefährlicher Körperverletzung strafbar. Bei wiederholten schweren Sexualstraftaten kann neben einer langjährigen Freiheitsstrafe auch die anschließende Sicherungsverwahrung angeordnet …

Möbliert, aber kein Zuhause: Mikroapartments taugen nicht als Ersatz für Mietwohnungen

Möblierte Mikroapartments mit Grundausstattung an Wäsche und Haushaltsutensilien, Internetzugang, „Welcome-Package“ und optionaler Endreinigung stellen nach dem Zweckentfremdungsrecht keinen Ersatzwohnraum dar, weil sie typischerweise nicht als Heimstätte im Alltag, sondern nur dem vorübergehenden Unterkommen dienen. Eine Genehmigung zum Abbruch von Wohnraum …

Dachboden ist nicht Bestandteil des Mietvertrags – jahrzehntelange Duldung schützt nicht vor Rückforderung

Eine mündliche Nebenabrede über die Nutzung eines Dachbodens, die nicht in den schriftlichen Wohnraummietvertrag aufgenommen wurde, kann als eigenständiger Leihvertrag zu qualifizieren sein. Ein solcher Leihvertrag kann vom Verleiher jederzeit zurückgefordert werden, wenn keine bestimmte Dauer vereinbart wurde; eine langjährige …

Überwachungs- und Kontrollpflichten des Mitgeschäftsführers

Die Verletzung von Überwachungs- und Kontrollpflichten des ressortfremden Mitgeschäftsführers betreffend sachlich nicht gerechtfertigte Höhergruppierung von Betriebsratsmitgliedern kann die fristlose Kündigung eines Geschäftsführeranstellungsvertrags rechtfertigen.

In dem hier vom Oberlandesgericht Frankfurt am Main entschiedenen Fall betreibt die beklagte Verkehrsgesellschaft, eine GmbH, den …

Entziehung der Fahrerlaubnis bei diagnostizierter Alkoholabhängigkeit ohne Fahreignungsgutachten

Ist eine Alkoholabhängigkeit durch den schlüssigen Bericht einer auf Suchterkrankungen spezialisierten Fachklinik hinreichend sicher festgestellt und nicht nachweislich überwunden, ist die Fahrerlaubnis ohne vorherige Anordnung eines Fahreignungsgutachtens zu entziehen. Der Arztbericht muss dafür nicht den Anforderungen eines wissenschaftlichen Gutachtens genügen …

Verdienstausfallschaden und Rentenkürzungsschaden nach Verkehrsunfall – und die Substantiierungspflicht des geschädigten Klägers

Unfallwagen

Mit der Verletzung des Anspruchs auf Gewährung rechtlichen Gehörs durch offenkundig überspannte Anforderungen an die Substantiierungspflicht des Geschädigten hinsichtlich eines Verdienstausfall- und Rentenkürzungsschadens hatte sich aktuell der Bundesgerichtshof zu befassen:

Bei der Geltendmachung von Verdienstausfall- und Rentenkürzungsschäden nach einem Verkehrsunfall …

Durchsetzung der Schulpflicht durch zwangsgeldbewehrte Anordnung gegenüber den Erziehungsberechtigten

Erziehungsberechtigte können durch eine zwangsgeldbewehrte Anordnung auf Grundlage des Landesstraf- und Verordnungsgesetzes verpflichtet werden, für den Schulbesuch ihres Kindes zu sorgen. Der entgegenstehende Wille des Kindes entbindet sie nicht, denn sie müssen alle üblichen gewaltfreien Erziehungsmaßnahmen ausschöpfen oder qualifizierte Hilfe …