Der Nachweis von Amphetamin im Blut eines Fahrerlaubnisinhabers führt zwingend zur Entziehung der Fahrerlaubnis – unabhängig von der Konzentration und unabhängig davon, ob der analytische Grenzwert des § 24a Abs. 2 StVG erreicht wurde. Wer behauptet, die Droge unbewusst konsumiert …
Schlagwort: Verkehrsrecht – Urteile
Stichtag verpasst: Kein Anspruch auf Fahrerlaubnis der alten Klasse
Eine Fahrerlaubnis, für die eine Fahrerlaubnisprüfung nach § 15 FeV erforderlich ist, gilt rechtlich erst in dem Moment als erteilt, in dem der Führerschein ausgehändigt wird. Nach § 22 Abs. 4 Satz 7 FeV wird die Fahrerlaubnis durch die Aushändigung …
Nasenspray als Grund für unwissentlichen Amphetaminkonsum?
Die Behauptung des unwissentlichen Amphetaminkonsums erscheint unglaubhaft, wenn sie darauf gestützt wird, dass dieser Konsum auf dem Gebrauch eines Nasensprays beruhe. Hierzu führte das Gericht aus: Das Vorbringen, nicht wissentlich Drogen zu sich genommen zu haben, ist zwar grundsätzlich relevant, …
Singapurischer Führerschein abgelaufen: Rücknahme der deutschen Fahrerlaubnis rechtmäßig
Die Umschreibung einer ausländischen Fahrerlaubnis nach § 31 FeV setzt voraus, dass die Fahrerlaubnis im Zeitpunkt der Antragstellung noch gültig ist. Nach singapurischem Recht erlischt die materielle Fahrerlaubnis für Personen ohne dauerhaften Aufenthaltstitel nach fünf Jahren; ein bloßer Dokumentenablauf ohne …
Streit um Parkentgelte für strandnahe Parkplätze in der Gemeinde Wangerland
Das VG Oldenburg hat über die Klage eines an der Nordseeküste lebenden Klägers entschieden, der die Strände der Gemeinde Wangerland aufsucht und gegen die Parkentgelte für strandnahe Parkplätze geklagt hat. Nach Auffassung des Klägers handele es sich hierbei nur der …
Alkoholabhängigkeit macht fahrungeeignet – auch ohne Trunkenheitsfahrt
Die Anordnung einer amtsärztlichen Untersuchung zur Fahreignung setzt keine nachgewiesene Trunkenheitsfahrt voraus; bereits Polizeimitteilungen, die auf eine Alkoholsuchtproblematik schließen lassen, können eine solche Anordnung rechtfertigen. Bei festgestellter Alkoholabhängigkeit steht die Fahrungeeignetheit nach Nr. 8.3 der Anlage 4 zur FeV ohne …
Vorrang des Fahrzeugverkehrs: Fußgänger trägt bei Missachtung der Beobachtungspflicht erhebliche Mitschuld an einem Unfall
Ein Fußgänger, der beim Überqueren der Fahrbahn seiner Beobachtungspflicht aus § 25 Abs. 3 StVO nicht nachkommt, handelt in der Regel grob fahrlässig und muss sich bei einem Unfall ein erhebliches Mitverschulden anrechnen lassen. Gemäß § 25 Abs. 3 StVO …
Schadensverursachung durch einen von einem Traktor angetriebenen Kreiselmäher beim Mähen
Ein Schadensersatzanspruch gemäß § 7 Abs. 1 StVG setzt voraus, dass der Schaden „bei dem Betrieb eines Kraftfahrzeugs“ entstanden ist. Bei Fahrzeugen mit Arbeitsfunktion entfällt eine Haftung nach dieser Vorschrift, wenn die Fortbewegungs- und Transportfunktion im konkreten Einsatz keine prägende …
Nichtnachweisbarkeit der Unfallkausalität eines Teilschadens
Kann der Kläger den Nachweis nicht führen, dass sämtliche geltend gemachten Schäden auf das von ihm behauptete Unfallereignis zurückzuführen sind, kann er nach gefestigter Rechtsprechung selbst kompatible Schäden nicht ersetzt verlangen. Vorliegend hatte der Geschädigte zwar Zeugen dafür benannt, dass …
Sturz auf dem Radweg: Inline-Skater müssen mit versteckten Gefahren rechnen
Auf Geh- und Radwegen richtet sich die Verkehrssicherungspflicht des Straßenunterhaltspflichtigen allein nach den Bedürfnissen der zugelassenen Nutzergruppen – also Fußgänger und Radfahrer. Inline-Skater können keinen über diesen Standard hinausgehenden Schutz beanspruchen. Sind Gefahrenquellen für den Nutzer erkennbar, entfällt eine Haftung …
Unfall zwischen Fahrradfahrer und Hund auf einem Geh- und Radweg
Bewegt sich ein Hund auf einem gemeinsamen Geh- und Radweg von der einen Seite zur anderen und kommt es in diesem Zusammenhang zur Kollision mit einem Radfahrer, so verwirklicht sich in diesem Geschehen die typische Tiergefahr im Sinne von § …
„Ausbremsen“ auf der Autobahn: Schon grundloses Verlangsamen kann Nötigung sein
Eine Nötigung im Straßenverkehr nach § 240 StGB liegt nicht erst vor, wenn der Vorausfahrende den Nachfolgenden zur Vollbremsung oder zum Anhalten zwingt. Es genügt, dass der Vorausfahrende seine Geschwindigkeit ohne verkehrsbedingten Anlass massiv reduziert und der Nachfolgende dadurch gezwungen …
Kasko zahlt nicht, wenn der Fahrer nach Gegenständen im Fußraum greift
Wer während der Fahrt seinen Blick von der Fahrbahn abwendet und sich nach einem im Fußraum liegenden Gegenstand bückt, handelt grob fahrlässig und verliert dadurch den Anspruch auf Leistungen aus der Kaskoversicherung. Eine Ausnahme gilt nur für echte, unkontrollierbare Reflexreaktionen …
Handy in der Hand reicht – Geldbuße auch ohne Telefonat möglich
Die Nutzung eines Mobiltelefons im Sinne des § 23 Abs. 1a StVO setzt kein aktives Telefonieren voraus – es genügt, das Gerät aufzunehmen und ans Ohr zu halten, selbst wenn dies nur zur Überprüfung der Funktionsfähigkeit geschieht. Entscheidendes Kriterium ist …
Voraussetzungen für das Absehen von der Anordnung eines Fahrverbots beim Rotlichtverstoß
Von der Anordnung eines Fahrverbots bei einem Rotlichtverstoß kann abgesehen werden, wenn ein atypischer Fall vorliegt, bei dem der Erfolgsunwert verringert ist, insbesondere wenn jede konkrete Gefährdung ausgeschlossen gewesen ist oder eine Verkehrssituation vorliegt, welche die Unaufmerksamkeit des Betroffenen und …
Wenn der Hersteller keine Ersatzteile liefert: Schadensersatzpflicht aus Treu und Glauben
Ein Kraftfahrzeughersteller, der den Einbau von Originalersatzteilen fördert oder fordert, ist nach dem Grundsatz von Treu und Glauben (§ 242 BGB) verpflichtet, sicherzustellen, dass diese Teile dem Handel auch tatsächlich zur Verfügung stehen. Kommt er dieser Pflicht nicht nach und …
Nutzungsausfallentschädigung wegen defekten Kofferraumdeckelschloss?
Kann ein Käufer eines Cabrios aufgrund eines Defektes am Kofferraumdeckelschloss nicht mit offenem Verdeck fahren und auch den Kofferraum nicht nutzen, so hat er keinen Anspruch auf Nutzungsausfallentschädigung vom Kfz-Händler. Es fehlt hier schlicht an einem fühlbaren wirtschaftlichen Schaden. Wohl …
Kein Fahrverbot trotz massiver Tempoüberschreitung, wenn der Arbeitsplatz auf dem Spiel steht
Bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 57 km/h außerorts sieht der Bußgeldkatalog im Regelfall ein einmonatiges Fahrverbot vor. Hiervon kann ausnahmsweise abgesehen werden, wenn dem Betroffenen durch das Fahrverbot der Verlust seines Arbeitsplatzes droht und weitere entlastende Umstände hinzutreten. Eine Geschwindigkeitsüberschreitung um …
Parkplatzunfall beim Rückwärtsfahren
Auf Parkplätzen findet der Anscheinsbeweis aus § 9 Abs. 5 StVO, beim Rückwärtsfahren eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer auszuschließen, über § 1 Abs. 2 StVO Anwendung. Kommt es in der Fahrgasse eines Parkplatzes zwischen zwei aus schräg gegenüberliegenden Parktaschen rückwärts ausparkenden …
Fahrzeugbrand durch Heizlüfter: Private Haftpflichtversicherung kann Deckung nicht verweigern
Die „Benzinklausel“ in der Privathaftpflichtversicherung schließt Deckung nur dann aus, wenn sich ein spezifisches Risiko des Kfz-Gebrauchs verwirklicht. Entsteht ein Brandschaden durch den Betrieb eines Heizlüfters im Fahrzeuginneren – und nicht durch das Fahrzeug selbst -, greift dieser Ausschluss nicht, …
Restwert eines Unfallautos: Geschädigter darf Unfallfahrzeug zum regionalen Marktpreis verkaufen
Realisiert ein Unfallgeschädigter den Restwert seines Fahrzeugs durch tatsächlichen Verkauf, kann er diesen Erlös seiner Schadensberechnung zugrunde legen. Behauptet der Haftpflichtversicherer, auf dem regionalen Markt wäre ein höherer Preis erzielbar gewesen, trägt er hierfür die Darlegungs- und Beweislast. Eine Pflicht, …
Brandschaden durch Heizlüfter: Muss die Privathaftpflichtversicherung für den Fahrzeugschaden einstehen?
Die sogenannte Benzinklausel in der Privathaftpflichtversicherung schließt den Versicherungsschutz nur aus, wenn sich eine Gefahr verwirklicht hat, die dem Fahrzeuggebrauch unmittelbar eigen und zuzurechnen ist. Realisiert sich dagegen das Risiko eines fahrzeugfremden Gegenstands – hier eines in das Fahrzeug gestellten …
Scheinwohnsitz bei der Fahrschule: Tschechischer Führerschein gilt nicht in Deutschland
Eine im EU-Ausland erteilte Fahrerlaubnis berechtigt nicht zum Führen von Kraftfahrzeugen in Deutschland, wenn der Inhaber zum Zeitpunkt der Erteilung seinen ordentlichen Wohnsitz nicht im Ausstellungsstaat, sondern in Deutschland hatte. Liegen hierfür unbestreitbare Informationen aus dem Ausstellungsmitgliedstaat vor, entfällt die …
Gutgläubiger Erwerb eines Gebrauchtwagens
Wurden dem Käufer beim Privatverkauf eines Gebrauchtwagens gefälschte Zulassungsbescheinigungen Teil I und II vorgelegt, steht dies dem gutgläubigen Erwerb nicht entgegen, wenn er die Fälschungen nicht erkennen musste. Dem gutgläubigen Erwerb steht auch nicht entgegen, dass der Verkäufer den Zweitschlüssel …
Bei Müllwagen mindestens zwei Meter Abstand
Wird ein Müllwagen passiert, so sollte ein Mindestabstand von zwei Metern eingehalten oder strikt mit Schrittgeschwindigkeit gefahren werden. Für derartige Situationen gelten die Regeln für an Haltestellen wartende Busse. Im der Entscheidung zugrunde liegenden Fall führ ein Autofahrer mit Tempo …
Heckspoiler in der Waschanlage abgerissen – Fahrer bleibt auf dem Schaden sitzen
Ein Waschanlagenbetreiber haftet nicht für den Abriss eines serienmäßigen Heckspoilers, wenn die Anlage technisch einwandfrei funktioniert und er vor der Benutzung ausreichend auf das erhöhte Schadensrisiko bei Fahrzeugen mit Aufbauten hingewiesen hat. Ein entsprechender Hinweis – etwa durch ein gut …
Schmerzensgeld nach Verkehrsunfall: MdE von mindestens 80% rechtfertigt 250.000 Euro
Erleidet ein Verkehrsunfallopfer einen Dauerschaden mit einer Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) von mindestens 80%, kann ein Schmerzensgeld von insgesamt 250.000 Euro angemessen sein. Maßgeblich für die Bemessung sind Stärke, Dauer und Heftigkeit der körperlichen und seelischen Beeinträchtigungen sowie das Gewicht …
Mietwagenkosten nach Unfall: Mittelwert aus Schwacke- und Fraunhofer-Liste maßeblich
Bei der Schätzung erforderlicher Mietwagenkosten nach einem Verkehrsunfall ist weder die Schwacke-Liste noch die Fraunhofer-Liste allein maßgeblich; vielmehr ist der Mittelwert beider Listen heranzuziehen, um den jeweiligen Vor- und Nachteilen beider Erhebungsmethoden angemessen Rechnung zu tragen. Gemäß § 249 II …
Schadenersatzansprüche, wenn nicht feststellbar ist, dass das Fahrzeug bei behauptetem Unfallereignis beschädigt wurde?
Nach den §§ 7, 17 StVG, 115 VVG, 249 BGB trägt grundsätzlich der geschädigte Unfallbeteiligte die Darlegungs- und Beweislast für die Voraussetzungen des von ihm verfolgten Schadenersatzanspruchs und damit auch für die haftungsausfüllende Kausalität, d.h. ob und in welchem Umfang …
Wenn der Bußgeldbescheid eine unpräzise Tatortbeschreibung enthält, hat der Betroffene Glück!
Ein Bußgeldbescheid genügt nicht den Anforderungen an seine Umgrenzungsfunktion, wenn die im Bußgeldbescheid genannte Geschwindigkeitsmessung tatsächlich nicht am dort benannten Ort, sondern einem anderen stattgefunden hat. Zwar können unpräzise oder gar unrichtige Angaben des Tatorts in einem Bußgeldbescheid ebenso wie …
Fahrtenbuchauflage droht, wenn Firmenwagenfahrer nicht benannt werden kann
Kann nach einem mit einem Firmenwagen begangenen Verkehrsverstoß der verantwortliche Fahrer nicht ermittelt werden, ist die Anordnung einer Fahrtenbuchauflage gegenüber dem Fahrzeughalter rechtmäßig, wenn dieser seiner gesteigerten Mitwirkungsobliegenheit nicht nachgekommen ist. Unternehmen, die als Kaufleute im Sinne des Handelsrechts einzustufen …
Tuning ohne Genehmigung: Betriebserlaubnis erlischt kraft Gesetzes
Wer an seinem Fahrzeug ohne Genehmigungsnachweis bauliche Veränderungen (Tuning) vornimmt, die eine Gefährdung von Verkehrsteilnehmern erwarten lassen, verliert die Betriebserlaubnis. Eine nachträgliche technische Prüfung lässt die erloschene Betriebserlaubnis nicht wieder aufleben – der Halter muss eine neue Betriebserlaubnis beantragen. Nimmt …
Wohnmobil in der Umweltzone: Kein Anspruch auf Ausnahme vom Fahrverbot für Urlaubsfahrten
Inhaber von Fahrzeugen der Schadstoffklasse 1, die nicht nachrüstbar sind, haben keinen Anspruch auf eine umfassende Ausnahme vom Fahrverbot in Umweltzonen. Ausnahmen setzen ein überwiegendes oder unaufschiebbares Interesse voraus. Urlaubsfahrten, Werkstattbesuche und die Nutzung von Entsorgungsstationen erfüllen dieses Kriterium nicht, …
Abgasskandal: Wer sein Auto unter Wert verkauft, bekommt weniger Schadensersatz
Wer ein vom Abgasskandal betroffenes Fahrzeug ohne vorherige Marktrecherche unter seinem marktgerechten Restwert veräußert, verstößt gegen seine Schadensminderungsobliegenheit. Der dabei erzielte Mindererlös wird im Rahmen der Vorteilsausgleichung zu seinen Lasten berücksichtigt – jedoch gelten dabei deutlich weniger strenge Anforderungen als …
Befreiende Wirkung der Leistung des Haftpflichtversicherers an einen Nichtberechtigten
Der Kfz-Haftpflichtversicherer, der an einen nichtberechtigten Leasingnehmer leistet, handelt nicht grob fahrlässig, wenn keine konkreten Anhaltspunkte dafür ersichtlich sind, dass es sich bei dem Unfallwagen um ein Leasingfahrzeug handelt. Der Kfz-Haftpflichtversicherer ist zur Vermeidung des Vorwurfs grob fahrlässiger Unkenntnis des …
Stichtag 19. Januar 2013: Wer vorher bestanden hat, hat Anspruch auf unbefristeten Führerschein
Wer seine Fahrerlaubnisprüfung vor dem 19.01.2013 bestanden hat und dessen Führerschein zu diesem Zeitpunkt bereits ausgestellt war, hat auch nach Änderung der Rechtslage einen Anspruch auf Aushändigung eines unbefristeten Führerscheins. Die Ausstellung eines befristeten Dokuments sowie das Vernichten des ursprünglichen …
Neuwagenfarbe muss stimmen
Ein Neuwagen, der in „carbonschwarz-metallic“ bestellt wurde und objektiv sowie subjektiv eher blau als schwarz ist, ist mangelhaft. Der Wagen kann zurückgegeben werden – alternativ können die Kosten für die Neulackierung verlangt werden. Die Gutachterkosten für die Feststellung der Farbabweichung …
Fahren unter Cannabiseinfluss: Reicht eine einzige Fahrt für die MPU-Anordnung?
Eine einmalige Fahrt unter Cannabiseinfluss genügt nach der seit August 2024 geltenden Rechtslage allein nicht für die Anordnung einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) – es bedarf zusätzlicher aussagekräftiger Umstände („Zusatztatsachen“), die auf fehlende Trennbereitschaft oder mangelndes Risikobewusstsein hinweisen. Verweigert ein Fahrerlaubnisinhaber …
Fahrtenbuch für alle Firmenwagen: Darf die Behörde den gesamten Fuhrpark treffen?
Die Erstreckung einer Fahrtenbuchauflage auf den gesamten Fahrzeugpark eines Halters setzt eine behördliche Prognose dahingehend voraus, ob auch mit anderen Fahrzeugen des Halters künftig Verkehrsverstöße nicht aufgeklärt werden können. Ohne entsprechende Ermittlungen zu Art, Umfang und Vorgeschichte des Fuhrparks ist …
Kann eine Neulackierung verlangt werden, wenn die Farbe des Neuwagens falsch ist?
Wurde ein Neuwagen in karbonschwarz-metallic bestellt und stellt der erhaltene Farbton nach einem Sachverständigengutachten objektiv nach der Farbzusammensetzung und auch subjektiv eher einen Blauton als einen Schwarzton dar, so liegt ein wesentlicher Mangel vor. Der Wagen kann daher zurückgegeben werden. …
Verkehrsunfallschaden: Versicherung muss Prozess nicht abwarten
Zur Regulierung eines Unfallschadens muss die Kfz-Haftpflichtversicherung einen Prozess der Beteiligten nicht abwarten. Im vorliegenden Fall war ein Versicherungsnehmer nach einer vorzeitigen Schadensregulierung in eine höhere Beitragsklasse gefallen. Die Versicherung hatte trotz noch unklarer Schuldfrage 50% eines Schadens über 515 …
Auseinanderfallen von Jahr der Erstzulassung und Baujahr beim Gebrauchtwagenkauf
Beim Kauf eines gebrauchten Kraftfahrzeugs begründet die Abweichung zwischen Baujahr und Erstzulassungsdatum keinen Sachmangel. Der Käufer kann aus dem beworbenen Erstzulassungsdatum nicht ableiten, das Fahrzeug sei auch in diesem Jahr hergestellt worden. Beim Kauf eines gebrauchten Kraftfahrzeugs sind Baujahr und …
Parkverbot gilt auch für Schwerbehinderte!
Zwar gelten für Schwerbehinderte zahlreiche Parkerleichterungen, bestimmte Parkverbote sind aber dennoch zu beachten. Hierzu zählt das Parkverbot auf Busparkplätzen. Es kann erwartet werden, daß sich ein Schwerbehinderter an die übrigen, für alle Verkehrsteilnehmer geltenden Halte- und Parkverbote hält. ……
Parkgebühren und Halterhaftung: Wer schuldet die Parkplatzgebühren?
Das Abstellen eines Fahrzeugs auf einem gebührenpflichtigen Parkplatz führt zu einem Parkplatzbenutzungsvertrag zwischen dem Parkplatzbetreiber und dem Fahrer des Fahrzeugs. Für das Zustandekommen eines solchen Vertrages ist das tatsächliche Abstellen des Fahrzeugs durch eine konkrete Person maßgeblich. Ein Vertrag entsteht …
Unfall auf dem Parkplatz eines Supermarktes
Auf Parkplätzen ohne eindeutigen Straßencharakter findet der Rechtsgedanke des § 9 Abs. 5 StVO über § 1 Abs. 2 StVO Anwendung, da auf Parkplätzen stets mit ausparkenden und rückwärtsfahrenden Fahrzeugen gerechnet werden muss. Kommt es auf einem Parkplatzgelände zwischen zwei …
Halter eines falsch geparkten Autos trägt Mitschuld an Unfall
Die Klägerin aus dem Landkreis Dachau parkte im Mai 2024 ihren PKW auf dem Parkplatz eines Schwimmbads in Unterschleißheim. Ihr Auto wurde dabei durch die Beklagte beim Rangieren angefahren, wodurch am Auto der Klägerin ein Schaden in Höhe von 6.244,90 …
Haftung bei einem Kettenauffahrunfall
Gegen den Auffahrenden streitet mit Blick auf §§ 1, 3 Abs. 1 und 4 Abs. 1 StVO ein Anscheinsbeweis für eine Alleinverursachung. Diese Anscheinsbeweislage wird nicht schon dadurch erschüttert, dass der „Vordermann“ ggf. grundlos abgebremst hat. Bei sogenannten Kettenauffahrunfällen ändert …
Verkehrsunfall beim Herausfahren aus einer Parktasche
Kommt es zur Kollision zwischen einem rückwärts aus einer Parkbox ausparkenden Pkw, dessen Fahrer nach dem Ausparkvorgang stehen bleibt und im Begriff ist, seine Fahrt nach vorne fortzusetzen, und einem aus der linken benachbarten Parktasche ebenfalls rückwärts ausparkenden Pkw, dessen …
Mobiles Halteverbot: Keine Kostenpflicht bei versetztem Schild
Wer sein Fahrzeug außerhalb einer mobilen Haltverbotszone abstellt und diese erst nachträglich durch Versetzung eines Schildes auf den Parkplatz ausgedehnt wird, ist für die entstehende Ordnungswidrigkeit nicht verantwortlich. Eine Kostentragungspflicht für die Abschleppmaßnahme scheidet mangels angemessener Vorlauffrist und fehlender Verantwortlichkeit …
Fahrerlaubnisentzug bei Medizinalcannabis
Nach § 3 Abs. 1 Satz 1 StVG i.V.m. § 46 Abs. 1 Satz 1 FeV hat die Fahrerlaubnisbehörde die Fahrerlaubnis zu entziehen, wenn sich der Inhaber als ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen erweist. Bestehen Tatsachen, die Bedenken gegen die …