Wird einem Betroffenen im Bußgeldverfahren trotz gerichtlicher Anordnung keine vollständige Akteneinsicht in nicht bei der Akte befindliche, aber den Schuldvorwurf betreffende Messdaten gewährt, kann dies zur Einstellung des Verfahrens aus Opportunitätsgründen führen. Voraussetzungen der Verfahrenseinstellung aus Opportunitätsgründen Eine Einstellung des …
Schlagwort: Verkehrsrecht – Urteile
Geschwindigkeitsmessung ohne Rohmessdaten: Wann Radarfallen-Ergebnisse verwertbar bleiben
Die Nichtspeicherung von Rohmessdaten bei einer Geschwindigkeitsmessung im standardisierten Messverfahren verstößt nicht gegen den Grundsatz des fairen Verfahrens und begründet daher kein Beweisverwertungsverbot. Dies gilt auch dann, wenn eine Speicherung technisch möglich gewesen wäre und andere Verteidigungsmittel zur Überprüfung des …
Handy am Steuer – bereits das bloße Halten ist strafbar
Nimmt ein Polizeibeamter zur Ergänzung lückenhafter Erinnerung auf seine zeitnah gefertigte Anzeige Bezug und übernimmt hierfür die volle Verantwortung, kann dessen Aussage die Verurteilung wegen eines Verstoßes gegen § 23 Abs. 1a StVO tragen. Bei diesem Tatbestand ist trotz im …
Schadensersatzansprüche aus Verkehrsunfall bei Linksabbiegevorgang
Setzt ein Traktor den linken Fahrtrichtungsanzeiger, begründet dies eine unklare Verkehrslage, sodass ein Überholvorgang unzulässig ist; dies gilt auch dann, wenn sich der Traktor vor dem Abbiegen nicht erkennbar links eingeordnet hat. Haftungsverteilung nach einem Überholunfall Bei einer Kollision zwischen …
Radfahrer klingelt statt zu bremsen: 80 Prozent Mitschuld am eigenen Sturz
Erkennt ein Radfahrer rechtzeitig, dass Fußgänger mit dem Rücken zu ihm auf dem Radweg stehen, muss er seine Geschwindigkeit so anpassen, dass er notfalls gefahrlos anhalten kann. Reduziert er stattdessen erst im letzten Moment durch Klingeln auf sich aufmerksam zu …
Verfolgungsverjährung im Bußgeldverfahren bei falscher Zustellung
Die Anordnung der Vernehmung des Betroffenen durch die ersuchte Polizeidienststelle unterbricht die Verfolgungsverjährung, ohne dass die Ladung dem Betroffenen tatsächlich zugegangen sein muss. Wird der Bußgeldbescheid jedoch ausweislich der Postzustellungsurkunde nicht dem zustellungsbevollmächtigten Verteidiger selbst, sondern einer Kanzleikraft als vermeintlicher …
Schadensersatzanspruch neben der Leistung bei mangelhafter und durch Nachbesserung nicht behebbarer Kfz-Wartung
Schäden, die durch einen Werkmangel an anderen Teilen der Werksache entstehen und durch eine Nacherfüllung nicht mehr beseitigt werden können, sind als Schadensersatzanspruch neben der Leistung zu ersetzen – hierfür ist keine Fristsetzung zur Nacherfüllung erforderlich. Für Mängel des geschuldeten …
Reparaturkosten nach Verkehrsunfall: Wer zahlt, wenn die Reparaturrechnung zu hoch ausfällt?
Der Geschädigte trägt im Rahmen der Schadensabwicklung nach einem Verkehrsunfall grundsätzlich nicht das Risiko, dass die von ihm beauftragte Reparaturwerkstatt unnötige Arbeiten durchführt oder überhöhte Preise abrechnet. Dieses sogenannte Werkstattrisiko fällt in die Verantwortungssphäre des Schädigers, der zum Ausgleich lediglich …
Wenn das Autodachzelt zum Geschoss wird: Kontrollpflichten des Mieters
Der Mieter einer beweglichen Sache – hier ein Autodachzelt -, die während der Mietzeit an einem Fahrzeug befestigt wird, muss die vertraglich vereinbarten Kontrollintervalle für Schrauben und Verbindungen einhalten; ein bloßes Rütteln an der Konstruktion genügt hierfür nicht. Kontrollpflichten des …
Darf die Fahrerlaubnisbehörde bei Tourette-Syndrom und Cannabistherapie ein Gutachten verlangen?
Zweifel an der Fahreignung aufgrund einer nicht ausgeheilten oder nicht nur vorübergehenden Erkrankung rechtfertigen die Anordnung eines ärztlichen Fahreignungsgutachtens bereits dann, wenn ein „Anfangsverdacht“ in Form zureichender tatsächlicher Anhaltspunkte besteht; eine feststehende Erkrankung im Sinne der Anlage 4 zur FeV …
Schadensersatzanspruch neben der Leistung bei mangelhafter und durch Nachbesserung nicht behebbarer Kfz-Wartung
Schäden, die durch einen Werkmangel an anderen Teilen der Werksache entstehen und durch eine Nacherfüllung nicht mehr beseitigt werden können, sind als Schadensersatzanspruch neben der Leistung zu ersetzen – hierfür ist keine Fristsetzung zur Nacherfüllung erforderlich. Für Mängel des geschuldeten …
Unaufklärbarer Spurwechsel-Unfall auf der Autobahn führt zu hälftiger Schadensteilung
Bleibt nach einem Verkehrsunfall unter Beteiligung zweier Fahrzeuge unaufklärbar, welcher Fahrer einen Fahrstreifenwechsel vorgenommen hat, haften beide Unfallbeteiligte zu gleichen Teilen. Grundsätze der Haftung nach einer Kollision im fließenden Verkehr Bei einer Kollision zwischen zwei Kraftfahrzeugen im fließenden Verkehr richtet …
Darf die Fahrerlaubnisbehörde bei Tourette-Syndrom und Cannabistherapie ein Gutachten verlangen?
Zweifel an der Fahreignung aufgrund einer nicht ausgeheilten oder nicht nur vorübergehenden Erkrankung rechtfertigen die Anordnung eines ärztlichen Fahreignungsgutachtens bereits dann, wenn ein „Anfangsverdacht“ in Form zureichender tatsächlicher Anhaltspunkte besteht; eine feststehende Erkrankung im Sinne der Anlage 4 zur FeV …
Nach Kollision einfach weitergefahren: Sechs Monate auf Bewährung wegen Fahrerflucht
Ein Kraftfahrer macht sich auch dann des unerlaubten Entfernens vom Unfallort schuldig, wenn er den Unfall zwar nicht mit Gewissheit wahrgenommen, aber aufgrund konkreter Anhaltspunkte erkannt hat, dass es zu einem Unfallgeschehen gekommen sein muss, und sich dennoch anschließend ohne …
Verkehrsunfall in den Niederlanden: Wohnsitzgericht des Geschädigten zuständig
Bei einem Verkehrsunfall im Ausland kann der Geschädigte die gegnerische Kfz-Haftpflichtversicherung an seinem eigenen Wohnsitz verklagen, sofern das anwendbare ausländische Recht einen Direktanspruch gegen den Versicherer vorsieht. Für die materielle Schadensregulierung gilt gemäß der Rom II-Verordnung das Recht des Staates, …
Reparaturkosten nach Verkehrsunfall: Wer zahlt, wenn die Reparaturrechnung zu hoch ausfällt?
Der Geschädigte trägt im Rahmen der Schadensabwicklung nach einem Verkehrsunfall grundsätzlich nicht das Risiko, dass die von ihm beauftragte Reparaturwerkstatt unnötige Arbeiten durchführt oder überhöhte Preise abrechnet. Dieses sogenannte Werkstattrisiko fällt in die Verantwortungssphäre des Schädigers, der zum Ausgleich lediglich …
Nach Kollision einfach weitergefahren: Sechs Monate auf Bewährung wegen Fahrerflucht
Ein Kraftfahrer macht sich auch dann des unerlaubten Entfernens vom Unfallort schuldig, wenn er den Unfall zwar nicht mit Gewissheit wahrgenommen, aber aufgrund konkreter Anhaltspunkte erkannt hat, dass es zu einem Unfallgeschehen gekommen sein muss, und sich dennoch anschließend ohne …
Kaskoversicherung muss nicht zahlen, wenn Unfallschilderung technisch unmöglich ist
Schildert der Versicherungsnehmer einen Unfallhergang, der nach den Feststellungen eines Sachverständigen so nicht stattgefunden haben kann, hat er den Eintritt des Versicherungsfalls nicht bewiesen. Die Kaskoversicherung ist dann nicht zur Leistung verpflichtet, selbst wenn ein Fahrzeugschaden tatsächlich vorliegt. Nachweis des …
Kettenunfall bei Glätte: Wer haftet, wenn ein Auto die Gegenfahrbahn blockiert?
Gerät ein Fahrzeug witterungsbedingt auf die Gegenfahrbahn und löst dadurch eine Bremskette nachfolgender Fahrzeuge aus, haftet der Verursacher auch dann für die daraus resultierenden Auffahrunfälle mit, wenn diese sich erst mit zeitlichem und örtlichem Abstand zum ursprünglichen Ereignis ereignen. Der …
Kettenunfall bei Glätte: Wer haftet, wenn ein Auto die Gegenfahrbahn blockiert?
Gerät ein Fahrzeug witterungsbedingt auf die Gegenfahrbahn und löst dadurch eine Bremskette nachfolgender Fahrzeuge aus, haftet der Verursacher auch dann für die daraus resultierenden Auffahrunfälle mit, wenn diese sich erst mit zeitlichem und örtlichem Abstand zum ursprünglichen Ereignis ereignen. Der …
Riskante Fahrweise – Führerschein weg?
Auch ohne tatsächlichen Unfall kann eine riskante Fahrweise zum Entzug der Fahrerlaubnis führen. Wer durch leichtsinniges Verhalten im Straßenverkehr – vorliegend durch ein Überholmanöver ohne Sicht auf die Gegenfahrbahn – andere Verkehrsteilnehmer erheblich gefährdet, muss auch dann mit empfindlichen Sanktionen …
Riskante Fahrweise – Führerschein weg?
Auch ohne tatsächlichen Unfall kann eine riskante Fahrweise zum Entzug der Fahrerlaubnis führen. Wer durch leichtsinniges Verhalten im Straßenverkehr – vorliegend durch ein Überholmanöver ohne Sicht auf die Gegenfahrbahn – andere Verkehrsteilnehmer erheblich gefährdet, muss auch dann mit empfindlichen Sanktionen …
Unfallflucht: Schützt die stillschweigende Zustimmung des Fahrzeughalters vor Strafe?
Überlässt der bei einem Unfall geschädigte Fahrzeughalter dem Fahrer sein Fahrzeug in Kenntnis von dessen fehlender Fahrerlaubnis, kann dies das Tatgericht zur Prüfung des Rechtfertigungsgrundes der mutmaßlichen Einwilligung in das Sichentfernen von der Unfallstelle drängen. Fehlen hierzu tatrichterliche Feststellungen, ist …
Reh auf der Fahrbahn – welche Folgen hat ein misslungenes Ausweichmanöver?
Ein unmittelbar vor einer Kollision mit einem Reh eingeleitetes, wenn auch schreckbedingtes Ausweichmanöver begründet regelmäßig keine Fahrlässigkeit, da es der verkehrsüblichen Sorgfalt entspricht, einen drohenden Frontalzusammenstoß mit einem größeren Wildtier zu vermeiden. Welche Voraussetzungen gelten für eine deliktischer Haftung? Ein …
Randale mit 3,0 ‰: Private Trunkenheit kostet die Fahrerlaubnis
Auch eine Alkoholauffälligkeit außerhalb des Straßenverkehrs kann die Anordnung eines medizinisch-psychologischen Gutachtens (MPU) rechtfertigen, wenn sie Rückschlüsse auf Alkoholgewohnheiten zulässt, die eine künftige Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer begründet erscheinen lassen. Ein Verkehrsbezug des Vorfalls ist hierfür nicht zwingend erforderlich, sofern weitere …
Französische Prüfungsbescheinigung genügt: Kein Fahren ohne Fahrerlaubnis trotz fehlendem EU-Führerschein
Wer im EU-Ausland die praktische Fahrprüfung besteht und darüber eine Bescheinigung erhält, erwirbt damit bereits endgültig und vorbehaltlos die Fahrberechtigung – unabhängig davon, ob der endgültige EU-Führerschein noch nicht ausgestellt wurde. § 29 Abs. 3 Nr. 1 Alt. 2 FeV, …
EU-Führerschein aus Tschechien – keine Fahrerlaubnis in Deutschland
Eine im EU-Ausland erworbene Fahrerlaubnis berechtigt nicht zum Führen von Kraftfahrzeugen in Deutschland, wenn der Inhaber zum Zeitpunkt der Ausstellung dort keinen ständigen Wohnsitz hatte. Wohnsitzerfordernis zur Verhinderung von Führerschein-Tourismus Vorliegend ging es im Kern um die Frage, unter welchen …
Anordnung einer medizinisch-psychologischen Untersuchung bei Alkoholverstößen unterhalb von 1,6 ‰
Auch bei einer erstmaligen Trunkenheitsfahrt mit einer Blutalkoholkonzentration unter 1,6 ‰ darf die Fahrerlaubnisbehörde die Neuerteilung der Fahrerlaubnis von der Beibringung eines medizinisch-psychologischen Gutachtens (MPU) abhängig machen, wenn zusätzliche Tatsachen die Annahme künftigen Alkoholmissbrauchs begründen. Verweigert der Betroffene die Vorlage …
Radarfalle: Rohmessdaten sind für ein Bußgeld bei standardisiertem Messverfahren unwichtig
Bei einer Geschwindigkeitsmessung im Rahmen eines standardisierten Messverfahrens besteht kein Anspruch auf Herausgabe nicht gespeicherter Rohmessdaten, der Daten einer gesamten Messreihe oder eines Entschlüsselungs-Tokens; ein Beschilderungsplan und die verkehrsrechtliche Anordnung müssen ebenfalls nicht vorgelegt werden, da die Messörtlichkeit bereits durch …
Schild „Ende der Autobahn“ ordnet keine Geschwindigkeitsbeschränkung an
Das Verkehrsschild „Ende der Autobahn“ ordnet keine Geschwindigkeitsbeschränkung an, sondern zeigt lediglich das Ende der autobahnspezifischen Regelungen an. Eine Verurteilung wegen Geschwindigkeitsüberschreitung innerhalb einer geschlossenen Ortschaft setzt daher zusätzliche Feststellungen dazu voraus, ob eine Ortstafel vorhanden war oder die geschlossene …
Berücksichtigung wirtschaftlicher Verhältnisse bei der Bemessung des Schmerzensgeldes
Die wirtschaftlichen Verhältnisse der Unfallbeteiligten rechtfertigen nur ausnahmsweise eine Erhöhung des Schmerzensgeldes, nämlich dann, wenn sie dem Einzelfall – etwa durch ein deutliches wirtschaftliches Gefälle zwischen Schädiger und Geschädigtem – ein besonderes Gepräge geben. Ein hohes Einkommen des Geschädigten allein …
Unfallwagen darf ohne Rückfrage beim Versicherer verkauft werden
Ein Geschädigter ist nicht verpflichtet, vor dem Verkauf seines Unfallfahrzeugs ein Restwertangebot der gegnerischen Haftpflichtversicherung einzuholen oder abzuwarten. Liegt ein Sachverständigengutachten zur Schadenshöhe vor, darf der dort ermittelte Restwert der Schadensabrechnung zugrunde gelegt werden, sofern den Geschädigten kein eigenes Verschulden …
Wann wird ein Neuwagen zum „Montagsauto“?
Ein Neufahrzeug ist als „Montagsauto“ einzustufen, wenn es aufgrund einer Vielzahl herstellerbedingter Mängel insgesamt mangelhaft ist und nicht zu erwarten steht, dass es je über längere Zeit mangelfrei bleibt. In diesem Fall ist dem Käufer eine Fristsetzung zur Nachbesserung vor …
Verkehrsunfall: Mithaftung bei Überholen bei unklarer Verkehrslage
§ 5 StVO schützt nicht den untergeordneten Querverkehr, sondern nur den gleichgerichteten Gegenverkehr, sodass ein Überholvorgang bei unklarer Verkehrslage im Verhältnis zum Querverkehr kein Mitverschulden begründet. Haftung dem Grunde nach: Vorfahrtsverletzung an der Kreuzung Bei einem Zusammenstoß zwischen einem bevorrechtigten …
Geschwindigkeitsbegrenzung per Wechselzeichen ist wirksam – bei Geschwindigkeitsüberschreitung droht Bußgeld und Fahrverbot
Eine über eine Wechselverkehrszeichenanlage (Streckenbeeinflussungsanlage) angezeigte Geschwindigkeitsbegrenzung wird als Allgemeinverfügung bereits mit ihrer verkehrsüblichen Sichtbarkeit wirksam. Ein Verstoß gegen eine solche Geschwindigkeitsbegrenzung kann daher auch dann mit Bußgeld und Fahrverbot geahndet werden, wenn der Betroffene das Schild nicht bemerkt hat. …
Geschwindigkeitsmessung mit Leivtec XV3: PTB-Zulassung führt zu standardisiertem Messverfahren
Die Bauartzulassung eines Geschwindigkeitsmessgeräts durch die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) entfaltet die Wirkung eines antizipierten Sachverständigengutachtens, an dessen Richtigkeit begründete Zweifel nur bestehen, wenn ein Sachverständiger nachvollziehbar ein bei der Zulassung nicht berücksichtigtes strukturelles Phänomen aufzeigt. Eine bloße, nicht näher fundierte …
Rotlichtverstoß nach Überfahren der Haltlinie bei Grün – geht das?
Wer bei Grünlicht die Haltlinie überfährt, dann aber noch vor der Kreuzung anhält, kann bei späterem Einfahren in die Kreuzung nach dem Umschalten auf Rotlicht einen Rotlichtverstoß begehen – selbst wenn er die Ampel zu diesem Zeitpunkt nicht mehr sehen …
Rotlichtverstoß nach Überfahren der Haltlinie bei Grün – geht das?
Wer bei Grünlicht die Haltlinie überfährt, dann aber noch vor der Kreuzung anhält, kann bei späterem Einfahren in die Kreuzung nach dem Umschalten auf Rotlicht einen Rotlichtverstoß begehen – selbst wenn er die Ampel zu diesem Zeitpunkt nicht mehr sehen …
Unbefugtes Parken auf Restaurantparkplatz rechtfertigt Abschleppen des Fahrzeugs
Wer sein Fahrzeug außerhalb der Öffnungszeiten eines Restaurants auf dessen Gästeparkplatz abstellt, begeht eine verbotene Eigenmacht und muss die Kosten einer daraufhin veranlassten Abschleppmaßnahme tragen. Die bloße Absicht, das Lokal später während der Öffnungszeiten aufzusuchen, ändert daran nichts. Wann liegt …
Verkehrsunfall mit Falschparker in der Spielstraße – wer haftet?
Ein Parkverstoß in einem verkehrsberuhigten Bereich außerhalb der gekennzeichneten Flächen begründet keine Mithaftung des Geschädigten, wenn ein anderes Fahrzeug beim Rückwärtsfahren mit dem geparkten Fahrzeug kollidiert. Das Parkverbot dient dem Schutz von Fußgängern und nicht der Rücksichtnahme zwischen Kraftfahrzeugführern, sodass …
Haftung des Bestellers für Kosten der Fehleraufsuche bei unbegründetem Mängelverdacht
Erweist sich ein vom Werkunternehmer im Rahmen einer Mängelrüge angenommener Verdacht auf einen weiteren Mangel als unbegründet, kann er die Kosten der Fehleraufsuche nicht über eine berechtigte Geschäftsführung ohne Auftrag verlangen, wohl aber – soweit die Aufwendungen dem Besteller noch …
Totalschaden nach Hagel – Kaskoversicherung darf Restwert abziehen
Die Begrenzung der Einstandspflicht des Kaskoversicherers für fiktiv abgerechnete Reparaturkosten auf die Differenz zwischen Wiederbeschaffungswert und Restwert ist wirksam. Ein Abzug des Bruttorestwertes von den (fiktiven) Nettoreparaturkosten begegnet dabei keinen rechtlichen Bedenken. Entsprechende Versicherungsbedingungen sind weder überraschend noch intransparent oder …
Fahrzeugstilllegung, wenn Kfz-Steuer nicht bezahlt wird!
Meldet das Finanzamt der Zulassungsstelle, dass die Kraftfahrzeugsteuer für ein Fahrzeug nicht entrichtet wurde, ist die Zulassungsstelle zur zwangsweisen Außerbetriebsetzung verpflichtet, ohne die Steuerforderung selbst auf ihre Richtigkeit prüfen zu müssen oder zu dürfen. Einwände gegen Grund und Höhe der …
Überzeugung von einer Fahruntauglichkeit bei Altersdemenez und Alkoholabhängigkeit
Werden einer Fahrerlaubnisbehörde durch eine stationäre Unterbringung Diagnosen wie Demenz, ein Korsakow-Syndrom, COPD, eine Herzerkrankung oder eine Alkoholabhängigkeit bekannt, darf sie die Beibringung eines ärztlichen Gutachtens anordnen. Legt der Betroffene das Gutachten nicht fristgerecht vor, darf die Behörde auf die …
Zweite Begutachtung eines Unfallschadens durch die gegnerische Versicherung: Geschädigter darf eigenen Gutachter hinzuziehen
Zieht der Unfallgegner die vom Geschädigten vorgelegte Schadenshöhe in Zweifel und veranlasst deshalb eine Nachbesichtigung des Fahrzeugs, darf der Geschädigte hierzu einen eigenen Sachverständigen hinzuziehen, wenn er selbst nicht in der Lage ist, den Feststellungen des gegnerischen Gutachters fachkundig zu …
Beibringung eines Drogenkontrollprogramms und eines medizinisch-psychologischen Gutachtens bei Zweifeln an der Fahreignung
Bricht ein Fahrerlaubnisinhaber ein behördlich angeordnetes Drogenkontrollprogramm ab oder legt er dessen Ergebnisse nicht vollständig vor, darf die Fahrerlaubnisbehörde zwingend auf die Nichteignung zum Führen von Kraftfahrzeugen schließen – ein Ermessen besteht insoweit nicht. Voraussetzung ist, dass die zugrunde liegende …
Halter eines falsch geparkten Autos trägt Mitschuld an Unfall
Wer sein Fahrzeug auf einem öffentlich zugänglichen Parkplatz in einer erkennbar als Durchfahrt gestalteten Fläche abstellt, parkt verkehrsbehindernd und haftet bei einem dadurch begünstigten Unfall mit einer Quote von 20 %. Das Fehlen eingezeichneter Parkplatzmarkierungen begründet kein Recht, das Fahrzeug …
Führerscheinverlust wegen E-Scooter-Fahrt nach Cannabiskonsum
Wer unter Cannabiseinfluss mit einem E-Scooter am Straßenverkehr teilnimmt, muss auch dann mit dem Entzug seiner Fahrerlaubnis rechnen, wenn für das Elektrokleinstfahrzeug selbst keine Fahrerlaubnispflicht besteht. Das Trennungsgebot zwischen Cannabiskonsum und Verkehrsteilnahme gilt gleichermaßen für E-Scooter wie für Kraftfahrzeuge. Entziehung …
Wer gilt als Fahrzeughalter?
Halter eines Kraftfahrzeugs ist nicht automatisch, wer im Fahrzeugschein oder in der Zulassungskartei eingetragen ist, sondern wer das Fahrzeug tatsächlich für eigene Rechnung nutzt und die entsprechende Verfügungsgewalt besitzt. Die Meldepflicht aus § 27 Abs. 1 StVZO trifft daher nur …
Kein Sonderrecht für E-Autos: Parken an der Ladesäule ohne zu laden kann teuer werden
Das Abstellen eines Elektrofahrzeugs auf einer als Privatstraße ausgewiesenen Fläche stellt eine Besitzstörung dar, wenn das Fahrzeug zwar an einer gekennzeichneten Ladestation, jedoch ohne tatsächlichen Ladevorgang abgestellt wird. Eine durch Beschilderung zum Ausdruck gebrachte Einwilligung des Grundstückseigentümers in das Parken …