Kein Sorgerechtsstreit nötig: Streit um Betreuungsanteile gehört ins Umgangsverfahren

Streiten gemeinsam sorgeberechtigte Eltern ausschließlich darüber, bei welchem Elternteil das Kind seinen überwiegenden Aufenthalt hat, rechtfertigt dies keine Übertragung des alleinigen Aufenthaltsbestimmungsrechts auf einen Elternteil. Die Klärung der Betreuungsanteile – einschließlich der Frage des Lebensmittelpunktes – ist grundsätzlich dem Umgangsverfahren …

Voraussetzungen der Verwirkung von Kindesunterhalt

Die bloße verspätete Geltendmachung eines titulierten Kindesunterhaltsanspruchs führt ohne hinzutretendes Umstandsmoment nicht zur Verwirkung. Eine Abänderung eines gerichtlichen Unterhaltsvergleichs setzt den Vortrag einer wesentlichen, seit Vergleichsschluss eingetretenen Veränderung der Verhältnisse voraus. Bereits im Ausgangsverfahren bekannte und vorgetragene Umstände genügen hierfür …

Die zu lange verlängerte Begründungsfrist

Kalender

Verlängert das Gericht die Rechtsbeschwerdebegründungsfrist über das gesetzlich zulässige Maß hinaus, ist die Verlängerung insoweit unwirksam. Vertraut der Verfahrensbevollmächtigte auf den gerichtlich bestimmten Fristablauf und reicht die Begründung innerhalb dieser Frist ein, ist Wiedereinsetzung von Amts wegen zu gewähren, wenn …

Ist ein Wohnbereichswechsel in der Pflege eine mitbestimmungspflichtige Versetzung?

Der Wechsel von Pflegekräften zwischen fachlich nicht spezialisierten Wohnbereichen einer Pflegeeinrichtung stellt regelmäßig keine mitbestimmungspflichtige Versetzung dar, wenn weder eine erhebliche Änderung der Arbeitsumstände noch eine Zuordnung zu einer anderen betrieblichen Einheit vorliegt. Welcher Sachverhalt lag der vorliegenden Entscheidung zugrunde? …

Überhängende Äste: Wann können Nachbarn den Rückschnitt verlangen?

Ein Beseitigungsanspruch wegen überhängender Äste setzt eine konkrete Beeinträchtigung der Grundstücksnutzung voraus, etwa durch erheblichen Laub- oder Fruchtfall oder Vegetationsausfall infolge von Schattenwurf. Bloße Wurzelüberwucherung ohne aktuelle Nutzungsbeeinträchtigung sowie eine nur hypothetische künftige Beeinträchtigung reichen hierfür nicht aus. Voraussetzungen für …

Kleingartenpacht: Wann rechtfertigt ein Vorfall eine fristlose Verdachtskündigung?

Eine außerordentliche Kündigung eines Kleingartenpachtvertrags setzt eine schwerwiegende Pflichtverletzung voraus, die auch bei einmaligem Vorfall vorliegen kann, jedoch anhand einer umfassenden Interessenabwägung zu beurteilen ist. Die Grundsätze der arbeitsrechtlichen Verdachtskündigung lassen sich auf das Pachtverhältnis übertragen, verlangen dafür aber einen …

Werkstattrisiko: Wer zahlt, wenn die Werkstatt zu viel abrechnet? Nicht der Kaskoversicherer

Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass der Kfz-Kaskoversicherer nach Ziff. A.2.6.2 AKB nur die tatsächlich erforderlichen Reparaturkosten erstatten muss, nicht aber unberechtigte oder überhöhte Positionen einer Werkstattrechnung. Das sogenannte Werkstattrisiko – also das Risiko einer unwirtschaftlichen oder unsachgemäßen Reparaturabrechnung – trägt …

Kaskoversicherung nach Autodiebstahl:Bleibt der Versicherer trotz Falschangaben leistungspflichtig?

Bei einem behaupteten Kraftfahrzeugdiebstahl genügt dem Versicherungsnehmer zum Nachweis des Versicherungsfalls der Beweis des sogenannten äußeren Bildes der Entwendung; dem Versicherer obliegt es, hiergegen Tatsachen darzulegen und zu beweisen, die eine erhebliche Wahrscheinlichkeit für ein vorgetäuschtes Ereignis begründen. Einzelne unzutreffende …

Falsche Angabe zur Schwerbehinderteneigenschaft rechtfertigt Anfechtung des Arbeitsvertrags

Die Frage des Arbeitgebers nach der Schwerbehinderteneigenschaft eines Stellenbewerbers ist uneingeschränkt zulässig – unabhängig davon, ob die zugrundeliegende Behinderung für die auszuübende Tätigkeit überhaupt von Bedeutung ist. Beantwortet der Bewerber diese Frage wahrheitswidrig, kann der Arbeitgeber den Arbeitsvertrag wegen arglistiger …

Falsche Angabe zur Schwerbehinderteneigenschaft rechtfertigt Anfechtung des Arbeitsvertrags

Die Frage des Arbeitgebers nach der Schwerbehinderteneigenschaft eines Stellenbewerbers ist uneingeschränkt zulässig – unabhängig davon, ob die zugrundeliegende Behinderung für die auszuübende Tätigkeit überhaupt von Bedeutung ist. Beantwortet der Bewerber diese Frage wahrheitswidrig, kann der Arbeitgeber den Arbeitsvertrag wegen arglistiger …