Bei überhöhter Abrechnung durch einen Betreuer bemisst sich der Vermögensnachteil nach der Differenz zum tatsächlich gesetzlich zustehenden Honorar auf Basis der objektiv zutreffenden Gegenstandswerte, nicht nach den ursprünglich angesetzten Werten. Wer als Betreuer offenkundig unberechtigte Forderungen gegen das betreute Vermögen …
Schlagwort: Betreuungsrecht – Urteile
Zwangsmedikation ohne wirksame Beschwerde ist ein Grundrechtseingriff
Eine Behörde muss eine schriftlich eingelegte Beschwerde in Unterbringungssachen als elektronisches Dokument übermitteln; eine Einlegung per Telefax ist formunwirksam. Wird auf eine solche Beschwerde hin eine Zwangsbehandlung zu Lasten des Betroffenen verlängert, ist nach Erledigung durch Zeitablauf auf Antrag festzustellen, …
Betreuervergütung und fehlender Sachkundenachweis
Ein Berufsbetreuer, der rechtzeitig einen Registrierungsantrag gestellt hat, gilt bis zur behördlichen Entscheidung über diesen Antrag nach § 32 Abs. 1 Satz 6 BtOG als vorläufig registriert und kann Vergütung aus der Staatskasse beanspruchen. Der Widerruf wegen fehlenden Sachkundenachweises nach …
Unzulässigkeit der Revision bei Mandatierung des Verteidigers durch den Betreuer
Ein Betreuer, dessen Aufgabenkreis Vermögens- und Gesundheitssorge sowie die Vertretung gegenüber Behörden, Ämtern und Leistungsträgern umfasst, darf für den Betreuten keinen Strafverteidiger beauftragen. Eine von einem so mandatierten Rechtsanwalt eingelegte Revision ist unzulässig, zumal es bei Ablehnung einer Unterbringung zusätzlich …
Regelmäßiger Fall der notwendigen Verteidigung bei Angeklagtem unter Betreuung
Ist einem Angeklagten ein Betreuer mit dem Aufgabenkreis „Vertretung gegenüber Behörden“ bestellt, liegt regelmäßig ein Fall der notwendigen Verteidigung vor. Wirkt in diesem Fall kein Verteidiger an der Hauptverhandlung mit, ist ein unmittelbar nach der Urteilsverkündung erklärter Rechtsmittelverzicht unwirksam, sodass …
Wirksamkeit des Strafantrags eines Betreuers bei Untreue gegenüber Angehörigen
Ein vom Betreuungsgericht bestellter Betreuer kann für den Betreuten wirksam Strafantrag stellen, auch wenn ihm die Strafantragstellung nicht ausdrücklich übertragen wurde, sofern die Antragstellung vom konkreten Betreuungsbedarf und den übertragenen Aufgabenkreisen erfasst ist. Auf einen entgegenstehenden natürlichen oder mutmaßlichen Willen …
Abgeltung der Verteidigertätigkeit des Betreuers durch die Pauschalvergütung nach VBVG
Tritt ein Berufsbetreuer im Strafverfahren des Betreuten als Verteidiger auf, ohne seine Beiordnung als Pflichtverteidiger beantragt zu haben, steht ihm kein Aufwendungsersatz nach den Vorschriften des RVG zu. Die Strafverteidigung gehört nicht zu den Aufgabenkreisen eines Betreuers. Die betreuungsrechtliche Pauschalvergütung …
Regelmäßiger Fall der notwendigen Verteidigung bei Angeklagtem unter Betreuung
Ist einem Angeklagten ein Betreuer mit dem Aufgabenkreis „Vertretung gegenüber Behörden“ bestellt, liegt regelmäßig ein Fall der notwendigen Verteidigung vor. Wirkt in diesem Fall kein Verteidiger an der Hauptverhandlung mit, ist ein unmittelbar nach der Urteilsverkündung erklärter Rechtsmittelverzicht unwirksam, sodass …
Beschränkung des Anwesenheitsrechts des Beistands ohne ausdrückliche gesetzliche Grundlage
Das Anwesenheitsrecht des Beistands nach § 149 Abs. 1 StPO darf zeitweise eingeschränkt werden, wenn dies nach dem Rechtsgedanken des § 247 Satz 1 StPO aus Gründen, die in der Person des Beistands liegen, zur Wahrheitsermittlung geboten ist. Über die …
Aufgabenkreis des Betreuers und Vertretung in Strafsachen bei der Rechtsmittelrücknahme
Ein Verteidiger kann die Revision nur mit ausdrücklicher Ermächtigung des Beschuldigten zurücknehmen. Die Zustimmung eines Betreuers genügt nicht, wenn dessen Aufgabenkreis die Vertretung in Strafsachen nicht umfasst. Welche Voraussetzungen gelten für die Rücknahme einer Revision durch den Verteidiger? Die Rücknahme …
Wirksamkeit des Strafantrags eines Betreuers bei Untreue gegenüber Angehörigen
Ein vom Betreuungsgericht bestellter Betreuer kann für den Betreuten wirksam Strafantrag stellen, auch wenn ihm die Strafantragstellung nicht ausdrücklich übertragen wurde, sofern die Antragstellung vom konkreten Betreuungsbedarf und den übertragenen Aufgabenkreisen erfasst ist. Auf einen entgegenstehenden natürlichen oder mutmaßlichen Willen …
Abgeltung der Verteidigertätigkeit des Betreuers durch die Pauschalvergütung nach VBVG
Tritt ein Berufsbetreuer im Strafverfahren des Betreuten als Verteidiger auf, ohne seine Beiordnung als Pflichtverteidiger beantragt zu haben, steht ihm kein Aufwendungsersatz nach den Vorschriften des RVG zu. Die Strafverteidigung gehört nicht zu den Aufgabenkreisen eines Betreuers. Die betreuungsrechtliche Pauschalvergütung …
Unzulässigkeit der Revision bei Mandatierung des Verteidigers durch den Betreuer
Ein Betreuer, dessen Aufgabenkreis Vermögens- und Gesundheitssorge sowie die Vertretung gegenüber Behörden, Ämtern und Leistungsträgern umfasst, darf für den Betreuten keinen Strafverteidiger beauftragen. Eine von einem so mandatierten Rechtsanwalt eingelegte Revision ist unzulässig, zumal es bei Ablehnung einer Unterbringung zusätzlich …
Beschränkung des Anwesenheitsrechts des Beistands ohne ausdrückliche gesetzliche Grundlage
Das Anwesenheitsrecht des Beistands nach § 149 Abs. 1 StPO darf zeitweise eingeschränkt werden, wenn dies nach dem Rechtsgedanken des § 247 Satz 1 StPO aus Gründen, die in der Person des Beistands liegen, zur Wahrheitsermittlung geboten ist. Über die …
Aufgabenkreis des Betreuers und Vertretung in Strafsachen bei der Rechtsmittelrücknahme
Ein Verteidiger kann die Revision nur mit ausdrücklicher Ermächtigung des Beschuldigten zurücknehmen. Die Zustimmung eines Betreuers genügt nicht, wenn dessen Aufgabenkreis die Vertretung in Strafsachen nicht umfasst. Welche Voraussetzungen gelten für die Rücknahme einer Revision durch den Verteidiger? Die Rücknahme …
Anspruch eines Ehegattenbeistandes auf Erstattung der Reisekosten oder sonstigen Aufwendungen
Ein nach § 149 StPO zugelassener Ehegattenbeistand hat keinen Anspruch gegenüber der Staatskasse auf Erstattung von Reisekosten oder von sonstigen Aufwendungen. ……
Rechtsbeschwerde in Betreuungssachen: Unzulässigkeit bei Einlegung ohne beim BGH zugelassenen Rechtsanwalt
Seit Inkrafttreten des FamFG können Rechtsbeschwerden oder andere Rechtsbehelfe zum BGH in Betreuungs- und Unterbringungssachen von einem Beteiligten nur und ausnahmslos durch einen beim BGH zugelassenen Rechtsanwalt eingelegt werden. Ein Rechtsmittel, das diese Form nicht wahrt, ist als unzulässig zu …
Kein Aufwendungsersatz für Strafverteidigung außerhalb des Aufgabenkreises des Berufsbetreuers
Ein Berufsbetreuer, der zugleich Rechtsanwalt ist, kann Gebühren und Auslagen für die Verteidigung des Betreuten in einem Strafverfahren grundsätzlich nur ersetzt verlangen, wenn der Aufgabenkreis ausdrücklich auch dieses Verfahren erfasst. Der allgemeine Aufgabenkreis „Vertretung gegenüber Behörden und anderen Institutionen“ genügt …
Wirksamkeit der Ladung zur Berufungshauptverhandlung bei angeordneter Betreuung
Ist die Ladung eines unter Betreuung stehenden Angeklagten wirksam zugestellt worden, kann seine Berufung bei unentschuldigtem Ausbleiben nach § 329 Abs. 1 Satz 1 StPO verworfen werden. Der Betreuer muss nicht förmlich geladen werden; eine Mitteilungspflicht nach § 149 StPO …
Verlängerung der Betreuung ohne Sachverständigengutachten: Voraussetzungen und Grenzen
Die Bestellung eines Betreuers kann ohne neues Gutachten verlängert werden, wenn persönliche Anhörung und ärztliches Zeugnis ergeben, dass sich der Betreuungsbedarf offensichtlich nicht verringert hat. Dies gilt auch bei einer Verlagerung des Aufgabenkreises, solange diese keine substanzielle Erweiterung darstellt. Die …
Vollmachtsmissbrauch befürchtet? Warum die Kraftloserklärung oft der beste Weg ist
Der Herausgabeanspruch hinsichtlich eine Vollmacht nach § 175 BGB kann zwar grundsätzlich im Wege der einstweiligen Verfügung geltend gemacht werden, doch setzt dies die Glaubhaftmachung einer zumindest halbwegs konkreten Missbrauchsgefahr voraus. Da der Gesetzgeber mit der Kraftloserklärung nach §§ 172 …
Substantiierung einer behaupteten Geschäftsunfähigkeit
Behauptet eine Partei, wegen einer seelischen Erkrankung geschäftsunfähig zu sein, genügt für die Substantiierung ein Vortrag, aufgrund dessen das Gericht die Voraussetzungen des § 104 Nr. 2 BGB bejahen müsste. Welche Pflichten ergeben sich aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör? …
Beschwerdefrist bei Geschäftswertfestsetzung im Rahmen einer Dauerbetreuung
Die Beschwerde gegen die Festsetzung des Geschäftswerts für einzelne Abgeltungszeiträume einer Dauerbetreuung ist nur zulässig, wenn sie innerhalb von sechs Monaten nach Ablauf des jeweiligen Abgeltungszeitraums, also des Kalenderjahres, eingelegt wird. Jahresgebühr bei Dauerbetreuung Bei einer Dauerbetreuung fällt für jedes …
Keine Beschwerdeberechtigung der Staatsanwaltschaft bei Ablehnung einer Kontrollbetreuung
Die Staatsanwaltschaft kann die Ablehnung der Bestellung eines (Kontroll-)Betreuers nicht mit der Beschwerde angreifen. Das gilt auch dann, wenn ohne Betreuer kein Strafantrag gestellt und eine Straftat deshalb nicht verfolgt werden kann, denn betroffen ist lediglich das allgemeine öffentliche Interesse …
Betreuungsverfahren: Nachweis der Sachkunde des Sachverständigen
Im Betreuungsverfahren muss das Gericht die Sachkunde des Gutachters konkret prüfen und in der Entscheidung darlegen, wenn sie sich nicht schon aus der Facharztbezeichnung ergibt. Die Betreuerbestellung setzt konkrete Feststellungen zum objektiven Betreuungsbedarf in jedem angeordneten Aufgabenbereich voraus; medizinische Feststellungen …
Geschlossene Unterbringung bei Alkoholabhängigkeit und das Recht auf Selbstgefährdung
Eine Alkoholabhängigkeit allein rechtfertigt keine geschlossene Unterbringung. Erforderlich ist, dass die Sucht mit einem geistigen Gebrechen zusammenhängt oder ein solches erreicht hat und zusätzlich der freie Wille des Betreuten fehlt, was auf Grundlage eines neutralen, an den gesetzlichen Maßstäben orientierten …
Vergütung des Verfahrensbeistands: Wann besteht Anspruch auf die erhöhte Fallpauschale?
Wird ein Mitarbeiter eines Betreuungsvereins zum berufsmäßigen Verfahrensbeistand in einer Kindschaftssache bestellt, steht die Vergütung nach § 158 Abs. 7 Satz 2 und 3 FamFG entsprechend § 277 Abs. 4 Satz 1 FamFG dem Verein zu. Die erhöhte Fallpauschale von …
Vergütung des Verfahrenspflegers: Kein erhöhter Stundensatz bei fachfremdem Hochschulabschluss
Ein berufsmäßig tätiger Verfahrenspfleger erhält den erhöhten Stundensatz nur, wenn seine abgeschlossene Hochschulausbildung in ihrem Kernbereich auf die Vermittlung von für die Pflegschaft nutzbarem Wissen ausgerichtet ist. Ein Studium der Museologie genügt dafür ebenso wenig wie langjährige Berufserfahrung. Nach welchen …
Akteneinsicht Dritter in laufende Betreuungsverfahren
Die Entscheidung über das Gesuch eines Dritten auf Einsicht in die Akte eines laufenden Betreuungsverfahrens ist ein Akt der Rechtsprechung und kein Justizverwaltungsakt. Statthaft ist deshalb die Beschwerde nach § 58 Abs. 1 FamFG und nicht der Antrag auf gerichtliche …
Umsatzsteuerbefreiung für Verfahrenspfleger in Betreuungs- und Unterbringungssachen
Gerichtlich bestellte Verfahrenspfleger in Betreuungs- und Unterbringungssachen erbringen umsatzsteuerfreie Leistungen. Zwar greift keine nationale Befreiung, die unionsrechtliche Steuerbefreiung kann aber unmittelbar in Anspruch genommen werden, weil die Leistungen eng mit der Sozialfürsorge verbunden sind und der Verfahrenspfleger als Einrichtung mit …
Anhörung ohne Verfahrenspfleger: Betreuerbestellung scheitert wegen Formfehler
Wird im Betreuungsverfahren ein Verfahrenspfleger bestellt, muss er vom Anhörungstermin rechtzeitig benachrichtigt werden, solange seine Bestellung nicht aufgehoben ist. Dies gilt auch dann, wenn der Betroffene anwaltlich vertreten ist. Beteiligung des Verfahrenspflegers an der Anhörung ist Pflicht! Im Betreuungsverfahren ist …
Betreuungsverfahren: Warum Angehörige für ihre Hilfe keine Verfahrenskostenhilfe bekommen
Verfahrenskostenhilfe kann nur der bedürftige Beteiligte erhalten, der eigene Rechte verfolgt oder verteidigt. Wer sich im Betreuungsverfahren ausschließlich im Interesse des Betroffenen beteiligt, etwa als naher Angehöriger, hat keinen Anspruch darauf – dies ist auch verfassungsrechtlich unbedenklich. Wann kann im …
Wann die Heimaufsicht Anordnungen treffen darf und wann nicht
Anordnungen der Heimaufsicht nach dem Pflege- und Wohnqualitätsgesetz setzen einen konkret festgestellten Mangel voraus, der im Zeitpunkt des Bescheiderlasses noch fortbesteht. Pauschale Anordnungen für alle Bewohner und Pflichtschulungen des gesamten Personals sind ohne einen solchen Mangel rechtswidrig. Wann darf die …
Betreuerwechsel wegen Verdachts auf Veruntreuung: Strafantrag trotz fehlendem Aufgabenbereichs wirksam
Die Berechtigung eines Betreuers zur Stellung eines Strafantrags kann sich auch ohne ausdrückliche Übertragung aus dem Betreuungsbeschluss ergeben, wenn die Betreuerbestellung gerade wegen des Verdachts strafbarer Handlungen zum Nachteil des Betreuten erfolgt. Ein so gestellter Strafantrag ist wirksam und steht …
Pflegeleistungen in der Familie: Keine Vergütung ohne Vereinbarung
Pflegt ein Kind seinen demenzkranken Elternteil, folgt allein aus der Tätigkeit und aus dem familiären Verhältnis weder ein Dienstvertrag noch ein Anspruch aus Geschäftsführung ohne Auftrag oder Bereicherungsrecht. Ohne konkrete Vergütungsabrede bleibt die Pflege unentgeltlich. Wann besteht ein Anspruch auf …
Umsatzsteuer auf Auslagen: Berufsbetreuer können Erstattung verlangen
Umsatzsteuerpflichtigen Berufsbetreuern ist die auf ihre Auslagen anfallende Umsatzsteuer zu erstatten. Besteht ein Anspruch auf Erstattung der Umsatzsteuer auf Auslagen? Dem umsatzsteuerpflichtigen Berufsbetreuer ist die auf seine Auslagen anfallende Umsatzsteuer zu erstatten. Diese Auffassung entspricht der nunmehr einhelligen obergerichtlichen Rechtsprechung …
Betreuer hat kein Beschwerderecht gegen Ablehnung der Abänderung seines Aufgabenkreises
Die Anordnung, Erweiterung oder Einschränkung des Aufgabenkreises einer Betreuung erfolgt ausschließlich im Interesse der betroffenen Person – nicht im Interesse des Betreuers. Wird die vom Betreuer beantragte Erweiterung seines Aufgabenkreises abgelehnt, ist er dadurch nicht in eigenen Rechten beeinträchtigt und …
Betreuer hat kein Beschwerderecht gegen Ablehnung der Abänderung seines Aufgabenkreises
Die Anordnung, Erweiterung oder Einschränkung des Aufgabenkreises einer Betreuung erfolgt ausschließlich im Interesse der betroffenen Person – nicht im Interesse des Betreuers. Wird die vom Betreuer beantragte Erweiterung seines Aufgabenkreises abgelehnt, ist er dadurch nicht in eigenen Rechten beeinträchtigt und …
Kein Honorar für Notarvertrags-Prüfung durch anwaltliche Betreuerin
Eine als Betreuerin tätige Rechtsanwältin kann ihre Mitwirkung an notariellen Vertragsentwürfen nicht nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz abrechnen, wenn die Vertragsgestaltung dem Notar als unparteiischem Sachwalter obliegt und zusätzlich eine gerichtliche Genehmigung sowie eine Verfahrenspflegschaft vorgesehen sind. Eine hiergegen gerichtete Verfassungsbeschwerde bleibt …
Staatskasse kann gezahlte Betreuervergütung bei fehlender Bestellung zurückfordern
Ein Betreuer kann Vergütung nur für Zeiträume beanspruchen, in denen er wirksam bestellt war. Fehlt es an einer Bestellung, besteht kein im Vergütungsfestsetzungsverfahren durchsetzbarer Anspruch, auch wenn faktisch Betreuungstätigkeit ausgeübt wurde. Zu Unrecht im vereinfachten Justizverwaltungsverfahren ausgezahlte Beträge können dementsprechend …
Befriedigung des Betreuers durch Staatskasse: Wann ist ein Rückgriff möglich?
Zahlt die Staatskasse dem Betreuer Vergütung oder Aufwendungsersatz, gehen dessen Ansprüche gegen den Betreuten auf sie über. Ein Rückgriff ist nur möglich, wenn der Betreute zum maßgeblichen Zeitpunkt, dem der Entscheidung der letzten Tatsacheninstanz, nicht mittellos ist, also sein über …
Regress gegen private Kliniken: Haftung bei Fehlern im Zusammenhang mit der Unterbringung
Für den Innenregress einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft gegen einen privaten Krankenhausträger, der mit dem Vollzug der Unterbringung psychisch kranker Personen beliehen wurde, bedarf es keiner eigenständigen gesetzlichen Regelung des Haftungsmaßstabs. Die Verweisungskette über das Verwaltungsverfahrensrecht auf das Bürgerliche Gesetzbuch genügt dem …
Betreuungsverfahren: Keine Vorführung ohne persönliche Anhörung
Ordnet ein Betreuungsgericht die zwangsweise Vorführung und Untersuchung eines Betroffenen an, ohne diesen zuvor persönlich oder schriftlich anzuhören und ohne die Anordnung förmlich zuzustellen, kommt eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör in Betracht. Bei offenem Ausgang der Hauptsache und …
Warum die Stundenzahl allein keinen Berufsbetreuer macht
Für die Einordnung als Berufsbetreuer kommt es nicht in erster Linie auf die im jeweiligen Abrechnungszeitraum geleistete Stundenzahl an; maßgeblich ist vielmehr, ob die betreuende Person im Hinblick auf ihr Angebot, das Amt (nur) berufsmäßig zu führen, ausgewählt wurde. Worum …
Verwirkung des Beschwerderechts gegen die Betreuerbestellung nach überlangem Zuwarten
Das Beschwerderecht gegen eine Entscheidung zur Betreuerbestellung kann verwirken, wenn seit deren Erlass mehr als ein Jahr vergangen ist, der Betroffene der Verlängerung zuvor selbst zugestimmt hatte und ihm durchgehend die Möglichkeit offenstand, eine Änderung der Bestellung beim Vormundschaftsgericht anzuregen. …
Betreuungsakte einsehen? Miterbe braucht mehr als nur den Erbschein
Die bloße Stellung als Miterbe genügt für die Einsicht in die Betreuungsakte des Erblassers nicht, vielmehr ist ein berechtigtes Interesse darzulegen. Ein solches liegt vor, wenn Anhaltspunkte für Pflichtverletzungen des Betreuers bestehen und die Aktenkenntnis für die Klärung des Nachlassumfangs …
Errichtung eines Testaments: Vermutung der Testierfähigkeit auch bei betreuten Personen
Ein Erblasser gilt bis zum Beweis des Gegenteils als testierfähig, auch wenn er unter Betreuung steht oder an einer leichten Intelligenzminderung leidet. Die Testierunfähigkeit muss zur vollen Gewissheit des Gerichts feststehen – bloße Zweifel gehen zulasten desjenigen, der sich auf …
Zuschlag in der Zwangsversteigerung ist bei Geschäftsunfähigkeit unwirksam
War der Schuldner im Zeitpunkt der Zuschlagserteilung im Rahmen einer Zwangsversteigerung geschäfts- und prozessunfähig, ist der Zuschlag zu versagen. Eine nachträgliche Genehmigung durch den Betreuer heilt diesen Mangel nicht. Lässt sich ein begründeter Verdacht der Geschäftsunfähigkeit trotz umfassender Amtsermittlung nicht …
Unterbringung abgelehnt – Anspruch auf Haftentschädigung trotz Straftat?
Wird die Unterbringung eines Beschuldigten in einem psychiatrischen Krankenhaus mangels erheblicher Anlasstaten abgelehnt, kommt eine Versagung der Entschädigung regelmäßig nicht in Betracht. Im Rahmen der tatrichterlichen Ermessensausübung sind das Gewicht der Anlasstaten und der Rechtsfrieden gegen das vom Beschuldigten erlittene …
Kommunikation mit gehörlosen Betreuten: Gebärdendolmetscher ist in der Pauschalvergütung enthalten!
Die Kosten für einen Gebärdendolmetscher, den ein Berufsbetreuer zur Kommunikation mit einem gehörlosen Betreuten benötigt, sind mit der Pauschalvergütung nach §§ 4, 5 VBVG abgegolten. Ein Anspruch auf gesonderte Beiordnung eines Dolmetschers zu Lasten der Staatskasse besteht daher nicht; dies …