Das Alter eines Kleinkindes allein rechtfertigt keinen Ausschluss von Übernachtungskontakten mit dem umgangsberechtigten Elternteil. Das Umgangsrecht des nicht betreuenden Elternteils steht ebenso wie die elterliche Sorge des anderen Elternteils unter dem Schutz des Art. 6 Abs. 2 S. 1 GG. …
Schlagwort: Familienrecht – Urteile
Jahrzehnte alter Unterhaltsvergleich: Wann Herabsetzung und Befristung zulässig sind
Nacheheliche Unterhaltsvereinbarungen, die im Rahmen eines Prozessvergleichs geschlossen werden, regeln grundsätzlich den gesetzlichen Unterhaltsanspruch nach §§ 1569 ff. BGB und begründen keinen davon losgelösten eigenständigen Schuldgrund. Der Wille der Parteien, den Unterhaltsanspruch vollständig auf eine vertragliche Grundlage zu stellen und …
Behindertes Kind hat Anspruch auf integrativen Kita-Platz
Kinder mit Behinderung haben nach § 24 Abs. 3 SGB VIII grundsätzlich Anspruch auf Förderung in einer (integrativen) Kindertageseinrichtung; das Jugendamt als Träger der öffentlichen Jugendhilfe kann sich dabei nicht auf Kapazitätserschöpfung berufen. Die Förderung in einer Tageseinrichtung nach § …
Anforderungen an die Form des Scheidungsantrags
Ein Scheidungsantrag ist nur zulässig, wenn er die in § 133 Abs. 1 Nr. 2 FamFG vorgeschriebenen Angaben enthält. Danach muss der Antrag darlegen, ob zwischen den Ehegatten bereits Regelungen über elterliche Sorge, Umgang, Kindes- und Ehegattenunterhalt sowie über die …
Kein ausnahmsloser Anspruch auf einen Kindergartenplatz mit durchgängig siebenstündiger Betreuungszeit
Nach dem rheinland-pfälzischen Kindertagesstättengesetz soll die tägliche Betreuungszeit in einer Kindertageseinrichtung im Regelfall durchgängig sieben Stunden umfassen. Im Einzelfall kann aber auch eine in der Mittagszeit unterbrochene Betreuungszeit ausreichend sein, insbesondere wenn ein Erziehungsberechtigter keiner Erwerbstätigkeit nachgeht oder keine pflegerischen …
Zugewinnausgleich und die Berücksichtigung von Vorfälligkeitsentschädigungen
Im Rahmen des Zugewinnausgleichs kann ein Ehegatte verpflichtet werden, dem anderen einen Ausgleichsbetrag zu zahlen. Die Höhe dieses Betrags richtet sich nach der Differenz der Endvermögen, wobei Abzugsposten nur in engen Grenzen berücksichtigt werden. Die Behauptung, ein Grundstück müsse zur …
Elternunterhalt bei gleichzeitiger Verpflichtung zur Leistung von Betreuungsunterhalt
Eine eventuelle Verpflichtung zur Zahlung von Betreuungsunterhalt nach § 1615 l BGB ist bei der Bemessung der Leistungsfähigkeit nach § 1603 Abs. 1 BGB zur Zahlung von Elternunterhalt zu berücksichtigen. Der Entscheidung lag der nachfolgende Sachverhalt zugrunde: Der im Jahre …
Bezugsrecht aus Lebensversicherung: Wie viel muss beim Pflichtteil angerechnet werden?
Bei einer Lebensversicherung zugunsten eines Dritten sind im Rahmen des Pflichtteilsergänzungsanspruchs nach § 2325 BGB ausschließlich die vom Erblasser geleisteten Prämien als Gegenstand der Schenkung anzusetzen – nicht die ausgezahlte Versicherungssumme. Nach § 2325 Abs. 1 BGB kann der Pflichtteilsberechtigte …
Einmal gewählt, für immer bindend: Rechtswahl im Ehenamensrecht lässt sich nicht rückgängig machen
Eine im Rahmen der Eheschließung nach altem Recht getroffene Rechtswahl des Ehenamensstatuts bleibt auch nach Inkrafttreten des reformierten Art. 10 Abs. 1 EGBGB zum 01.05.2025 bindend. Mit Inkrafttreten der Reform des Internationalen Privatrechts für Namenssachen zum 01.05.2025 wurde Art. 10 …
Geschäftsunfähigkeit bei Demenz: Aufhebung eines Erbverzichtsvertrages unwirksam
Ein Erbverzichtsvertrag kann nur dann wirksam aufgehoben werden, wenn alle Beteiligten zum Zeitpunkt der Erklärung geschäftsfähig sind. Maßgeblich ist, ob die betroffene Person in der Lage war, die rechtliche Tragweite und die Folgen ihrer Erklärung zu erfassen. Bei fortschreitenden demenziellen …
Indexierung des Bayerischen Familiengelds nach Maßgabe des Wohnmitgliedstaats der Kinder verstößt gegen das Unionsrecht
Im Freistaat Bayern (Deutschland) haben Eltern, die Kinder im Alter von 13 bis 36 Monaten haben, unter bestimmten Voraussetzungen in Weiterentwicklung des Bayerischen Landeserziehungsgelds Anspruch auf das Bayerische Familiengeld. Dieses beläuft sich grundsätzlich auf 250 Euro pro Monat für das …
Vereinfachtes Klauselerteilungsverfahren für eine ausländische Unterhaltsentscheidung
Das vereinfachte Klauselerteilungsverfahren zur Vollstreckung ausländischer Unterhaltsentscheidungen nach dem Auslandsunterhaltsgesetz (AUG) ist zwar als Familienstreitsache einzustufen, dennoch gilt § 117 Abs. 1 FamFG mit seiner fristgebundenen Beschwerdebegründungspflicht dort nicht. Eine Beschwerde nach § 43 AUG kann daher nicht allein wegen …
Kinderfreibetrag-Übertragung bei nichtehelicher Lebensgemeinschaft
Leben nicht miteinander verheiratete Eltern gemeinsam mit ihren minderjährigen Kindern in einem Haushalt, kann der auf einen Elternteil entfallende Kinderfreibetrag nicht allein deshalb auf den anderen übertragen werden, weil der eine Elternteil weniger zum Haushaltseinkommen beiträgt. Nach § 32 Abs. …
Fehlendes Nachlassverzeichnis: Gericht darf kein Zwangsgeld verhängen, wenn Erbe alles Zumutbare getan hat
Ein Zwangsgeld zur Durchsetzung der Pflicht zur Vorlage eines notariellen Nachlassverzeichnisses ist unzulässig, wenn der Erbe zum Zeitpunkt der gerichtlichen Entscheidung bereits einen anderen Notar beauftragt und diesem alle erforderlichen Unterlagen übermittelt hat. Der Pflichtteilsberechtigte hat nach § 2314 BGB …
Vollzeitpflege und Jugendhilfe: Ohne Sorgerechtsübertragung kein Pflegegeld
Der Anspruch auf Leistungen zum Unterhalt eines Kindes in Vollzeitpflege nach §§ 39, 27 Abs. 1, 33 SGB VIII steht als Annexanspruch zur Hilfe zur Erziehung ausschließlich dem Personensorgeberechtigten zu. Pflegeeltern sind ohne ausdrückliche Übertragung des einschlägigen Sorgerechtsbereichs nicht antragsbefugt …
Kita-Kinder und Masernschutz: Pauschale Atteste schützen Eltern nicht vor Zwangsgeld
Das Gesundheitsamt kann Eltern eines Kindes in einer Kindertageseinrichtung per Verwaltungsakt zur Vorlage eines Masernschutz-Nachweises verpflichten und diese Pflicht mit einem Zwangsgeld durchsetzen. Personensorgeberechtigte, deren minderjähriges Kind eine Kindertageseinrichtung besucht, sind nach § 20 Abs. 12 Satz 1 Nr. 1 …
Wann reichen Pflichtverletzungen des Testamentsvollstreckers für eine Entlassung aus?
Die Entlassung eines Testamentsvollstreckers aus wichtigem Grund nach § 2227 BGB setzt eine Gesamtbetrachtung aller maßgeblichen Umstände zum Zeitpunkt der Entscheidung voraus. Frühere Pflichtverstöße können durch eine nachfolgende kooperative Amtsführung an Gewicht verlieren und rechtfertigen dann für sich genommen keine …
Personenstandsrecht: Wegfall des Identitätszusatzes bei der Mutter zieht Wegfall des Namensführungszusatzes beim Kind nach sich
Entfällt im Personenstandsregister der einschränkende Zusatz „Identität nicht nachgewiesen“ bei der nach der Registerverlautbarung namensgebenden Mutter, muss zwingend auch der beim Kind eingetragene Zusatz „Namensführung nicht nachgewiesen“ entfallen. Die gerichtliche Anordnung der Berichtigung eines abgeschlossenen Personenstandsregistereintrages nach § 48 Abs. …
Unterhalt trotz Sechs-Wochen-Ehe – kurze Ehedauer führt nicht zur Kürzung
Eine kurze Ehedauer schließt den Anspruch auf Trennungsunterhalt nach § 1361 BGB nicht aus. Die Ehedauer ist im Rahmen des Trennungsunterhalt lediglich ein Merkmal im Sinne des § 1361 Abs. 2 BGB. Der Anspruch auf Trennungsunterhalt nach § 1361 Abs. …
Zugewinnausgleich trotz jahrelanger Untätigkeit: Zeitmoment allein genügt nicht für Verwirkung
Allein das längere Nichtgeltendmachen eines Zugewinnausgleichsanspruchs genügt nicht, um dessen Verwirkung zu begründen. Neben dem Zeitmoment sind stets besondere Umstände erforderlich, die einen schutzwürdigen Vertrauenstatbestand beim Verpflichteten begründen (Umstandsmoment). Der bloße Verzicht auf eigene gegenläufige Ansprüche reicht hierfür ebenso wenig …
Keine erneute Teil-Nachlasspflegschaft bei gesichertem Bankguthaben
Eine Teil-Nachlasspflegschaft ist gemäß § 1960 BGB nur anzuordnen, wenn ein Bedürfnis für gerichtliche Fürsorgemaßnahmen besteht. Dieses Sicherungsbedürfnis setzt konkrete Anhaltspunkte für eine Gefährdung des Nachlasswertes voraus – etwa durch Wertverlust, Diebstahl oder mangelhafte Verwaltung. Die Maßnahme dient nicht der …
Vater muss seiner erwachsenen Tochter Unterhalt für ein Studium bezahlen
Volljährige Kinder behalten ihren Anspruch auf Ausbildungsunterhalt nach § 1610 BGB auch nach dem Abbruch eines ersten Studiums, wenn die Gesamtumstände – einschließlich besonderer Lebensumstände in der Kindheit und Jugend – eine Orientierungsphase rechtfertigen und das neu aufgenommene Studium noch …
Erbscheinsverfahren: DDR-Anerkenntnisurteil genügt als Vaterschaftsnachweis
Im Erbscheinsverfahren genügt für den Nachweis der Vaterschaft nach § 352 Abs. 3 Satz 2 FamFG die Vorlage einer beglaubigten Kopie eines Anerkenntnisurteils aus der DDR in Verbindung mit einer eidesstattlichen Versicherung. Nach § 352 Abs. 3 Satz 1 FamFG …
Anordnung einer Nachlasspflegschaft bei unbekannten Erben
Eine Nachlasspflegschaft ist gemäß § 1960 Abs. 1 und 2 BGB anzuordnen, wenn Erben unbekannt sind und ein Fürsorgebedürfnis für den Nachlass besteht. Als „unbekannt“ gilt ein Erbe, wenn das Nachlassgericht nicht ohne umfangreiche Ermittlungen feststellen kann, wer Erbe geworden …
Unterhaltspflicht von Kindern gegenüber ihren Eltern
Hat ein seinem Elternteil Unterhaltspflichtiger im Verhältnis zu seinem Ehegatten die ungünstigere Steuerklasse (hier: V) gewählt, ist diese Verschiebung der Steuerbelastung durch einen tatrichterlich zu schätzenden Abschlag zu korrigieren Der Entscheidung lag der nachfolgende Sachverhalt zugrunde: Der klagende Landkreis nimmt …
Keine Beschwerdebefugnis der Eltern bei verweigerten Kinderschutzmaßnahmen
Ein Elternteil ist nicht berechtigt, gegen eine gerichtliche Entscheidung Beschwerde einzulegen, mit der die Anordnung von Kinderschutzmaßnahmen nach § 1666 BGB abgelehnt wurde. Gemäß § 59 Abs. 1 FamFG steht die Beschwerde demjenigen zu, der durch den angefochtenen Beschluss in …
Steuerliche Anerkennung von Mietverträgen zwischen Eltern und unterhaltsberechtigten Kindern
Der Bundesfinanzhof hat seine Rechtsprechung zur steuerlichen Anerkennung von Mietverträgen zwischen Eltern und unterhaltsberechtigten Kindern geändert. Wohnt ein Kind in einer Wohnung der Eltern, z.B. als Student am Studienort, so wird ein Mietvertrag zwischen dem Kind und den Eltern jetzt …
Ausbildungsunterhalt: Ausbildungsversicherung mindert Anspruch – aber nur zeitweise
Wird eine Ausbildungsversicherung zugunsten eines volljährigen Kindes ausgezahlt, ist der Betrag vollständig auf den Ausbildungsunterhaltsanspruch anzurechnen – ein Schonbetrag ist nicht abzuziehen, da es sich nicht um zweckfreies Vermögen handelt. Die Anrechnung wirkt jedoch nur so lange, bis das Geld …
Grenzen bei der Überprüfung einer Eintragungsverweigerung im Geburtenregister für nicht-binäres Elternteil
Wird eine vom Standesamt zunächst verweigerte Amtshandlung – etwa die Eintragung eines Elternteils in das Geburtenregister – im Laufe eines gerichtlichen Verfahrens doch vorgenommen, kann ein Antrag auf gerichtliche Feststellung der Rechtswidrigkeit der ursprünglichen Ablehnung nicht gestellt werden. Das Personenstandsgesetz …
Rückwirkende Bestätigung einer im Inland geschlossenen Ehe vor einem Konsul ist nicht anerkennungsfähig
Eine Ehe, die im Inland außerhalb einer Trauung vor einem Standesbeamten oder einer ermächtigten Person geschlossen wurde, kann nicht wirksam dadurch rückwirkend bestätigt oder „geheilt“ werden, dass die Ehegatten später vor einem Konsul oder einer sonst ermächtigten Trauungsperson einen entsprechenden …
Geburt um Mitternacht und die Eintragung in das Geburtenbuch des Standesamtes
Eine um 24.00 Uhr oder 0.00 Uhr notierte Geburt ist dem neuen Tag zuzurechnen. Hierzu führte das Gericht aus: Die Sekunden nach 24.00 oder 00.00 Uhr sind nach allgemeinem Verständnis ohne jeden Zweifel dem neuen Tag zuzurechnen. Es ist weder …
Bestimmungsrecht über den Vornamen
Die Einräumung des Bestimmungsrechts über den Vornamen nach § 1628 BGB kommt im Wege der einstweiligen Anordnung grundsätzlich nicht in Betracht, da die Entscheidung zu einer Vorwegnahme der Hauptsache führen würde. Der Entscheidung lag der nachfolgende Sachverhalt zugrunde: Die Eltern …
Kinder- und Jugendschutz auf Instagram: Medienanstalt muss entwicklungsbeeinträchtigende Beiträge bei Verbot konkret bezeichnen
Die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) darf ein Instagram-Angebot, das in Teilen entwicklungsbeeinträchtigend auf Kinder und Jugendliche wirkt, nicht in seiner Gesamtheit verbieten, sondern muss ihre Maßnahmen auf die Teile des Angebots beschränken, von denen die entwicklungsbeeinträchtigende Wirkung ausgeht. Der Entscheidung lag …
Keine Mutwilligkeit der Rechtsverteidigung bei fehlender Einigung über Kostentragung eines privaten Vaterschaftstests
Die Weigerung, einen privaten Vaterschaftstest zu finanzieren, begründet keine Mutwilligkeit der Rechtsverteidigung im Sinne von § 114 Abs. 2 ZPO, wenn der Antragsgegner nachvollziehbare Zweifel an seiner Vaterschaft geltend macht und wirtschaftlich nicht in der Lage ist, die Kosten eines …
Gerichtliche Billigung auch bei teilweise nicht vollstreckbarer Umgangsvereinbarung möglich
Eine Umgangsvereinbarung zwischen Eltern kann auch dann familiengerichtlich gebilligt werden, wenn einzelne Regelungen keinen vollstreckbaren Inhalt haben. Entscheidend ist, dass die getroffene Regelung dem Wohl des Kindes entspricht. Im vorliegenden Fall hatten die Eltern im Rahmen eines laufenden Umgangsverfahrens vereinbart, …
Familiengericht ist für Pfändungsschäden bei Unterhalt zuständig
Schadensersatzansprüche wegen der Vollstreckung verjährter Unterhaltsforderungen fallen in die Zuständigkeit der Familiengerichte, wenn der Anspruch aus dem unterhaltsrechtlichen Verhältnis herrührt. Entscheidend ist nicht die rechtliche Einordnung als Schadensersatz-, Bereicherungs- oder Befreiungsanspruch, sondern ob der Anspruch im Unterhaltsrechtsverhältnis wurzelt. Nach § …
Schutz des Vermögensstamms von Selbstständigen beim Kindesunterhalt
Beim Kindesunterhalt besteht zwar eine gesteigerte Erwerbsobliegenheit, die auch die Aufnahme einer Nebentätigkeit bis zur gesetzlichen Höchstarbeitszeit umfassen kann. Jedoch bleibt dem Unterhaltspflichtigen sein Vermögen geschützt, soweit es für die Altersvorsorge erforderlich ist – insbesondere dann, wenn es aus dem …
Herausgabe eines Geldbetrags durch die Hinterlegungsstelle an ein Mitglied einer Erbengemeinschaft
Soll nur für einen Teil der Grundstückseigentümer ein Vertreter nach § 11b VermG bestellt werden, kann die Bestallungsurkunde jedenfalls im Hinterlegungsverfahren nur Verwendung finden, wenn sie die Betroffenen konkret bestimmt. Es ist nicht Aufgabe der Hinterlegungsstelle oder sonstiger Dritter festzustellen, …
Kindesunterhalt bei erweitertem Umgang
Bei erweitertem Umgang mit bis zu etwa 45 % Betreuungsanteil bleibt der hauptbetreuende Elternteil von der Barunterhaltspflicht befreit. Der Barunterhalt bemisst sich allein nach dem Einkommen des nicht hauptbetreuenden Elternteils, dessen Mitbetreuung jedoch durch Herabgruppierung in der Düsseldorfer Tabelle berücksichtigt …
Auskunftspflicht im Unterhaltsrecht: Glaubhaftmachung einer wesentlichen Einkommenssteigerung reicht aus!
Wird glaubhaft gemacht, dass der Unterhaltspflichtige wesentlich höhere Einkünfte erzielt als zum Zeitpunkt der letzten Auskunft, kann vor Ablauf der gesetzlichen Zweijahresfrist des § 1605 Abs. 2 BGB erneut Auskunft verlangt werden. Eine atypische Einkommensentwicklung – etwa durch Unternehmensgründungen oder …
Berichtigung des Geburtenregisters nur bei Überzeugung des Gerichts von der Unrichtigkeit
Die Berichtigung nach § 48 Abs. 1 S. 1 PStG setzt voraus, dass das Gericht davon überzeugt ist, dass die vorhandene Eintragung unrichtig und die beantragte Eintragung richtig ist. Ergeben sich aufgrund konkreter Umstände Zweifel an der Richtigkeit vorgelegter Urkunden …
Kein dauerndes Getrenntleben von Ehegatten im Sinne des Unterhaltsvorschussgesetzes bei aufenthaltsrechtlichen Einreisehindernissen
Ein dauerndes Getrenntleben von Ehegatten im Sinne des Unterhaltsvorschussgesetzes (UVG) liegt nicht vor, solange der Elternteil, bei dem das Kind lebt, und sein im Ausland lebender Ehegatte nach dortiger Eheschließung keine häusliche Gemeinschaft herstellen können, weil dieser für die Dauer …
Aufhebung der gemeinsamen elterlichen Sorge und die Übertragung auf die Kindesmutter
Eine Sorgerechtsentscheidung nach § 1671 Abs. 1 S. 2 Nr. 2 BGB erfordert eine doppelte Kindeswohlprüfung. Es ist in zwei Stufen zu prüfen, ob (erstens) die Aufhebung der gemeinsamen Sorge und (zweitens) die Übertragung gerade auf den antragstellenden Elternteil dem …
Kein Anspruch auf Auskunft über die Anzahl der Verwendung von Samenspenden des biologischen Vaters und die Anzahl der Halbgeschwister
Die mittels Samenspende gezeugte Klägerin kann von dem behandelnden Arzt nicht Auskunft über die Anzahl u.a. der Verwendung von Samenspenden ihres Vaters verlangen. Es fehlt ein rechtlich geschütztes Bedürfnis für diese Auskunft. Die von der Klägerin mit der Auskunft u.a. …
Jugendamt verweigert Umgangsbegleitung: besteht verwaltungsgerichtlicher Rechtsschutz?
Eltern, denen ein familiengerichtlich angeordneter begleiteter Umgang mit ihrem Kind durch das Jugendamt nicht organisatorisch sichergestellt wird, können verwaltungsgerichtlichen Eilrechtsschutz in Anspruch nehmen. Der Anspruch umfasst jedoch nicht die „organisatorische Sicherstellung“ der Termine oder die „Bereitstellung“ des Kindes, sofern hierfür …
Voraussetzungen einer Pflichtteilsentziehung und die Auskunft über den Nachlass
Ein Pflichtteilsberechtigter kann gemäß § 2314 Abs. 1 BGB Auskunft über den Nachlass verlangen. Dies gilt auch dann, wenn die Erblasserin versucht hat, ihm den Pflichtteil zu entziehen – etwa durch den Vorwurf einer schwerwiegenden Verfehlung im Testament. Die Entziehung …
Namensänderung mit Adelsbezeichnung nach englischem Recht (deed poll)
Der von einer deutsch-britischen Doppelstaatlerin durch eine private Namensänderungserklärung nach englischem Recht („deed poll“) einseitig bestimmte Familienname kann auch unter Berücksichtigung der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs zur unionsrechtlichen Personenfreizügigkeit nicht als rechtlich verbindlicher Name nach deutschem Recht anerkannt werden, wenn …
Wann ist eine Testamentsauslegung erforderlich?
Erweist sich der Inhalt eines Testaments als nicht eindeutig, ist es auslegungsbedürftig. Dazu ist der wirkliche Wille des Erblassers zu erforschen. Im Wege der sogenannten erläuternden Testamentsauslegung ist zu klären, was der Erblasser mit seinen Worten sagen wollte. Es verbietet …
Erbschaft angenommen: spätere Anfechtung wegen Rechtsirrtums möglich?
Eine Anfechtung der Annahme einer Erbschaft ist nicht möglich, wenn der Erbe in einer ausdrücklich formulierten und unterschriebenen Erklärung gegenüber dem Nachlassgericht die Erbschaft angenommen hat und ihm der Inhalt dieser Erklärung bewusst war. Ein bloßer Irrtum über die Möglichkeit …
Schlusserbeneinsetzung kann auch Stiefkind umfassen
Werden in einem gemeinschaftlichen Testament „unsere Kinder“ zu Schlusserben bestimmt, kann darunter nicht nur die gemeinsamen ehelichen Kinder, sondern auch ein Stiefkind fallen. Voraussetzung ist, dass dieses im Zeitpunkt der Testamentserrichtung in die Familie integriert war und vom anderen Ehegatten …