Als unabwendbar gilt ein Ereignis dann, wenn sowohl der Halter als auch der Führer des Fahrzeugs jede nach den Umständen des Falles gebotene Sorgfalt beobachtet hat. Ein unabwendbares Ereignis im Sinne von § 17 Abs. 3 Satz 1, 2 StVG …
Tag: 22. März 2018
Irrtumsanfechtung bei Erbschaftsannahme
Eine Anfechtung der Erbschaftsannahme wegen des Irrtums über die Überschuldung des Nachlasses ist nur dann möglich, wenn der Erbe von einer Werthaltigkeit des Nachlasses ausging. Sofern keine genauen Vorstellungen vom Nachlasswert seitens des ……
Schäden bei Öffnen der Beifahrertür – Kfz-Haftpflichtversicherung muss zahlen
Hat ein Insasse des versicherten Fahrzeugs einen Schaden durch das Öffnen der Beifahrertür verursacht, so muss die Kfz-Haftpflichtversicherung grundsätzlich den Schaden regulieren. Denn das Risiko, das sich durch das unvorsichtige ……
Rückzahlung der Mietkaution nach Vertragsbeendigung
Im vorliegenden Fall ging es primär um die Rückzahlung der Mietkaution, wobei die Parteien um zwei Einzelpunkte stritten. Der Vermieter hatte wegen entsprechender Divergenzen die Mietkaution bislang nicht zurückgezahlt: ……
Urheberrechtsverletzung bei im Cache von Internetsuchmaschinen gespeicherten Inhalten
Wurde ein urheberrechtlich geschütztes Foto ohne Erlaubnis genutzt und in diesem Zusammenhang eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abgegeben, so kann der Rechteinhaber dennoch keine Vertragsstrafe einfordern, wenn das fragliche Foto im Cache von Google ……
Sperrfrist erfordert keine (beabsichtigte) Wohnungsumwandlung!
Der Bundesgerichtshof hat sich in einer Entscheidung mit den Voraussetzungen der in § 577a Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 1a Satz 1 BGB vorgesehenen Kündigungsbeschränkung (Sperrfrist) beim Erwerb vermieteten Wohnraums durch eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts beschäftigt. ……
Verfassungsbeschwerde gegen BGH-Entscheidungen – und noch keine Rechtswegerschöpfung
Der Rechtsweg ist nicht erschöpft, wenn der Bundesgerichtshof die Sache (hier: an den Dienstgerichtshof) zurückverwiesen hat (§ 90 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG).
In der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts ist geklärt, dass der Rechtsweg grundsätzlich nicht erschöpft ist, wenn …
Kostenentscheidung nach beidseitiger Erledigungserklärung – und die ungeklärten Rechtsfragen
Haben die Parteien das Verfahren in der Hauptsache übereinstimmend für erledigt erklärt, ist über alle bisher entstandenen Kosten des Verfahrens, einschließlich derjenigen der Vorinstanzen, gemäß § 91a Abs. 1 ZPO nach billigem Ermessen unter Berücksichtigung des bisherigen Sach- und Streitstandes …
Nichtzulassungsbeschwerde, Anhörungsrüge – und der Anwaltszwang
Eine nach einer zurückgewiesenen Nichtzulassungsbeschwerde eingelegte Anhörungsrüge ist unzulässig, wenn sie nicht von einem beim Bundesgerichtshof zugelassenen Rechtsanwalt eingelegt worden ist.
Im Verfahren der Nichtzulassungsbeschwerde besteht Anwaltszwang (§ 78 Abs. 1 ZPO); dies gilt auch für eine in …
Veräußerung eines unentgeltlich bestellten Erbbaurechts – als privates Veräußerungsgeschäft?
Erbbauzinsen sind keine Anschaffungskosten i.S. des § 255 Abs. 1 HGB für den Erwerb des Erbbaurechts, sondern Entgelt für die Nutzung des erbbaurechtsbelasteten Grundstücks.
Die “Anschaffung” eines Erbbaurechts i.S. des § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG setzt …
Die Garantie des rechtlichen Gehörs
Die Garantie rechtlichen Gehörs verpflichtet die Gerichte, die Ausführungen der Prozessbeteiligten zur Kenntnis zu nehmen und in Erwägung zu ziehen1.
Das Gericht braucht dabei zwar nicht jedes Vorbringen ausdrücklich zu bescheiden; es hat vielmehr bei der Abfassung seiner …
Verfassungsbeschwerde, einstweilige Verfügung – und der Gegenstandswert
Die Festsetzung des Gegenstandswerts für das insoweit eigenständige Verfahren der einstweiligen Anordnung1 folgt aus § 37 Abs. 2 Satz 2 in Verbindung mit § 14 Abs. 1 RVG.
Danach ist der Gegenstandswert unter Berücksichtigung aller Umstände, insbesondere der …
Vollstreckungsgegenklage – und die Kosten der Zwangsvollstreckung
Gemäß § 767 Abs. 1 ZPO (hier i.V.m. § 794 Abs. 1 Nr. 4 ZPO, § 795 Abs. 1 ZPO) können materiell-rechtliche Einwendungen, die den titulierten Anspruch selbst betreffen, von dem Schuldner im Wege der Klage beim Prozessgericht …
Übergangszuschuss – als Leistung der betrieblichen Altersversorgung
Erhält ein ehemaliger Arbeitnehmer während der ersten sechs Monate des Renten-bezugs sein monatliches Entgelt unter Anrechnung der Betriebsrente als „Über-gangszuschuss“ weiter, handelt es sich um eine Leistung der betrieblichen Altersver-sorgung, die der Insolvenzsicherung durch den Pensions-Sicherungs-Verein a.G. (PSV) unterliegt.
Bei …
Pharmarabatte – und die umsatzsteuerliche Gleichbehandlung
Abschläge pharmazeutischer Unternehmer nach § 1 AMRabG mindern die Bemessungsgrundlage für die gelieferten Arzneimittel1.
Rabatte, die Pharmaunternehmen für die Lieferung von Arzneimitteln zu gewähren haben, mindern umsatzsteuerrechtlich die Steuerschuld der Pharmaunternehmen. Es kommt dabei nicht darauf an, ob …
Einzelveranlagung von Ehegatten – und der Abzug des hälftigen Behinderten-Pauschbetrags
Nach § 26a Abs. 2 Satz 2 EStG ist auf übereinstimmenden Antrag der Ehegatten der grundsätzlich einem Ehegatten zustehende Behinderten-Pauschbetrag (vgl. § 33b Abs. 1 bis 3 EStG) bei der Einzelveranlagung der Ehegatten jeweils zur Hälfte abzuziehen.
Gemäß § …